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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 20:17 Uhr

Das Amt schreibt weiter nur auf Papier

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Amtsausschuss gibt dem digitalen Informationssystem keine Zustimmung

von
erstellt am 12.Dez.2016 | 22:18 Uhr

Die Gremienarbeit im Amt Großer Plöner See wird weiterhin und alt-herkömmlich auf dem Papier und nicht auf dem modernen Weg digital erledigt. Im Amtsausschuss fand sich am Montagabend in Bosau dafür keine Mehrheit. Die wollte ihren Nachfolgern in zwei Jahren die Entscheidung überlassen. Kosten von knapp 30  000 Euro waren ihnen für mehr Bürgerfreundlichkeit zu viel.

Mario Schmidt, Geschäftsführende Bürgermeister des Amtes nannte Zahlen: Die Installation sollte 17  000 Euro, die laufenden Kosten 5000 Euro und die Anschaffung 6200 Euro kosten. Max Plieske (Grüne) sprach von effizienter und bürgerfreundlicher Arbeit. Eine Entscheidung darüber sollte man nicht auf die lange Bak schieben.

Kritiker, darunter Birgit Steingräber-Klinke (SPD), führten den sehr unterschiedlichen Internetempfang im Amtsgebiet ins Feld. Befürworter Holger Beiroth (Dersau) wollte „weg vom Papier“. Gespalten war Amtsvorsteher Gerold Fahrenkrog. Für das Amt findet er das Informationssystem gut und angemessen. „Bei den Gemeinden wollen aber viele Ehrenamtler nicht mitmachen“, sagte er.

Günter Schnathmeier (Kalübbe) wollte auch nicht „Hurra“ schreien, wie er sagte. Er sah in seiner Gemeinde keinen Bedarf, befürwortete in der Diskussion die Einführung beim Amt. Jörg Prüß (Lebrade) sah in der Ausgabe keinen Nutzen für die wenigen Tagungen des Amtsausschusses knapp 30  000 Euro in neue Technik auszugeben: „Wir sind keine Hinterwäldler, wenn wir die Geräte nicht haben.“

Mario Schmidt hingegen sah Erleichterungen: „Die Unterlagen können so besser zusammengetragen werden.“ Und: Es gebe auch eine Zeit nach Bürgermeister Schmidt. Die Kosten für Anschaffung und Nutzung sollten sich schnell amortisieren. Zudem seien die Vorlagen im Internet ein sehr guter Bürgerservice. Alfred Jeske sieht eine Erleichterung für die Mitarbeiter.

Im Nachtragshaushalt fehlen 67  268 Euro, überwiegend Vorhaltekosten für Flüchtlinge. Mario Schmidt rechnet optimistisch mit einer Erstattung durch das Land. So wird die Amtsumlage von 14,55 auf 15,49 Prozent angehoben. Die Gemeinde wird vier Wohnungen für Flüchtlinge zum 28. Februar 2017 kündigen. „Wir wollen noch mehr kündigen“, sagte Schmidt, denn das Land übernehme nur für 2016 die Vorhaltekosten.

Die Mitglieder des Amtsausschusses entschlossen sich für einen „Brandbrief“ ans Land. Kosten für Flüchtlinge und Kindergärten würden auf die Kommunen abgewälzt. „Das wird von oben so beschlossen und die Gemeinden sind die Dummen“, sagte Uwe Koch (Rathjensdorf). Im Amtsbereich sind 125 Flüchtlinge untergebracht. Für sie ist ein hauptamtlicher Betreuer zuständig. 

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