Dank für unser tägliches Brot

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05. Oktober 2018, 14:14 Uhr

Der Herbst zeigt uns seit Tagen sein besonderes Gesicht. Sonne, Wärme, Blütenpracht aber auch Nebelzauber, erste Stürme und schon kühle Nächte.

An diesem Sonntag feiern wir Erntedank. Zeit für den Blick zurück. War es eine gute Ernte? Wird die Mühe belohnt? War unsere Arbeit gesegnet? Gerade in diesem Jahr hat der heiße Sommer nicht nur Freude bereitet.

In unseren Kirchen sind zu Erntedank die Altäre prächtig herbstlich geschmückt. In vielen Kirchen werden noch ganz ländlich Erntegaben vor dem Altar niedergelegt. In anderen nur ein Kürbis oder ein Herbststrauß. Vielerorts gibt es Herbstmärkte und größere oder kleinere Hoffeste. Landwirte danken für die Ernte, wir alle danken für unser tägliches Brot.

Doch Erntedank ist nicht nur ein besonderes Fest für die Landwirtschaft. Wir alle können Erntedank feiern. Denn wir säen und ernten das ganze Jahr über. In unserer Arbeit, unseren Familien, mit Freunden und Fremden. Von vielen Seiten werden wir beansprucht. Gelingt es, allen gerecht zu werden?

Es gibt so viel zu tun, konnte ich trotz allem auch einmal an mich denken? Ist das, was ich bekomme, das, was ich brauche? Wofür kann ich dankbar sein?

Erntedank ist die Einsicht, dass ich trotz allem Bemühen und gutem Willen das Ergebnis nicht in der Hand habe. Mein Tun muss gesegnet sein, um zu gelingen.

Nicht nur zu Erntedank darf ich dankbar sein für den Segen, den ich empfangen habe, denn so vieles in meinem Leben ist gut. Auch die dunklen Seiten müssen wir nicht verdrängen. Sie sind Teil unseres Lebens. Erntedank ist auch ein Tag, an dem wir das (noch) nicht Gelungene in Gottes Hände legen und um seinen Segen bitten können.

Platon sagte: „Glücklich ist der Mensch, wenn er hat, was ihm gut tut.“ Ein Satz, den man zweimal lesen muss. Nicht das, was ich mir wünsche, macht mich glücklich, sondern das, was mir gut tut. Und was das sein könnte, das ist eine spannende Frage.

Es lohnt sich, eine Antwort zu finden. Manchmal stellt man fest, dass das, was wir bekommen haben, nicht das war, was wir erhofft hatten. Aber oft war es das, was wirklich gut für uns war. Und dann können wir ihn spüren, den Segen, der auf uns liegt.

Gott sei Dank – Erntedank!

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