Plön : Dank an Bereitschaftspflegeeltern

Dank für jahrelange Bereitschaft als Pflegeeltern: (von links) Landrätin Stephanie Ladwig, Hanna Ewers-Wulff und Peter Wulff sowie Anselm Brößkamp.  Foto: hfr
Dank für jahrelange Bereitschaft als Pflegeeltern: (von links) Landrätin Stephanie Ladwig, Hanna Ewers-Wulff und Peter Wulff sowie Anselm Brößkamp. Foto: hfr

Plöns Landrätin Stephanie Ladwig verabschiedete ein langjähriges Pflegeelternpaar in den Ruhestand. Der Kreis Plön sucht neue Pflegeeltern.

Avatar_shz von
06. September 2011, 12:10 Uhr

Plön | Im Leben von Kindern und Jugendlichen gibt es immer wieder Situationen, die einen Verbleib im Elternhaus unmöglich machen. Dabei geht es oft um Gewalt. In diesen Situationen gibt es Familien, die diese Kinder und Jugendlichen für eine vorübergehende Zeit bei sich aufnehmen.

Hanna Ewers-Wulff und Peter Wulff aus Grebin haben als "Bereitschaftseltern" seit 1993 insgesamt 179 Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahren bei sich aufgenommen - manchmal nur einen Tag aber auch mehrere Monate lang. Nun wurden die Eheleute Wulff in den wohlverdienten "Ruhestand" verabschiedet. Landrätin Stephanie Ladwig dankte den beiden im Beisein anderer aktiver Bereitschaftspflegeeltern und Mitarbeitern des Jugendamtes in einer kleinen Feierstunde.

"Sie haben die wichtige Aufgabe übernommen, Kindern in Not als erste Anlaufstelle Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen zu geben", sagte Stephanie Ladwig. Mit hoher Kompetenz und Einfühlungsvermögen seien sie Kindern, egal welchen Hintergrundes, unvoreingenommen begegnet und hätten ihnen immer ein wirkliches "zu Hause" auf Zeit gegeben.

Damit auch andere Kinder und Jugendliche im Ernstfall die richtige und notwendige Hilfe bekommen, sucht das Amt für Jugend und Sport des Kreises wieder geeignete Familien, die diese Aufgabe übernehmen möchten. Der Bedarf ist unverkennbar. Allein im Kreis Plön wurden 2010 insgesamt 54 Kinder

in so genannten Bereitschaftspflegefamilien untergebracht. Bis zur Jahresmitte 2011 waren es bereits 30 Kinder und Jugendliche.

Fremde Kinder bei sich aufzunehmen, ist allerdings keine leichte Aufgabe. "Von den Bereitschaftspflegeeltern wird ein hohes Maß an Flexibilität, möglichst Erfahrung in der Erziehung und Toleranz gegenüber den Besonderheiten eines jeden Kindes erwartet", beschreibt Anselm Brößkamp, Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes, die nötigen per-sönlichen Voraussetzungen. Ganz wichtig sei auch die nötige Abgrenzung und die Fähigkeit, ein Kind oder Jugendlichen auch wieder loslassen zu können.

Die zeitliche Dauer dieser Pflegeverhältnisse kann sehr unterschiedlich sein und reicht von nur einer Übernachtung bis zu mehreren Wochen. Die Pflegeeltern werden vom Jugendamt umfassend beraten. Sie werden auf ihre Aufgabe intensiv vorbereitet und vom Fachpersonal während der Aufnahme eines Kindes begleitet und unterstützt. Zudem gibt es eine verbindliche Teilnahme an einem Erfahrungsaustausch mit anderen Bereitschaftspflegeeltern.

Das Jugendamt zahlt während der Unterbringung für den Unterhalt des Kindes. Ergänzend bekommen die Pflegeeltern einen Beitrag für die Erziehung des Pflegekindes und eine Pauschale für das Vorhalten geeigneter Räumlichkeiten. Interessierte Familien, die über ausreichend Wohnraum verfügen und in gesicherten und geordneten finanziellen Verhältnissen leben, sollten sich beim Allgemeinen Sozialen Dienst des Kreises Plön für eine erste Kontaktaufnahme melden (Telefon 04522/ 743551).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen