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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 03:59 Uhr

„Damit setzen Sie sich ein Denkmal“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Freunde des Kurparks feiern ihr zehnjähriges Bestehen und gehen jetzt mit dem Neubau der Steganlage ihr größtes Projekt an

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 14:18 Uhr

Zum Ende der Jahresversammlung wurde mit Sekt angestoßen, denn es gab etwas zu feiern: Vor zehn Jahren gründeten sich die Freunde des Kurparks, die Vorsitzende Julia Freese würdigte das Jubiläum mit einer Power-Point-Präsentation, in der sie auf die Vereinsgeschichte zurückblickte. Die reicht eigentlich viel weiter als auf das Gründungsjahr 2004 zurück. Auslöser der Aktivitäten war der Abriss des Hotels Bellevue 1989. „Das war der Anlass dafür, dass wir den Kurpark entdeckt haben“, erinnerte sich Julia Freese, deren Einsatz als Vorsitzende von Beginn an die Leser des Ostholsteiner Anzeigers erst vor wenigen Monaten mit der Wahl zum „Menschen des Jahres“ in der Region würdigten.

Zwar habe die damalige Bürgerinitiative das Bellevue nicht retten können, doch sei man damals erst auf den Stellenwert des hinter dem Gebäude liegenden Kurparks hingewiesen worden, als eines der Werke des Gartenarchitekten Karl Plomin. „Bis dahin hatte ich kein Interesse am Kurpark“, gab Julia Freese zu. Es entwickelte sich eine Kurpark-Gruppe im Ortsverein des BUND, aus der schließlich der heutige Verein hervorging. Und die Kurparkfreunde hatten viel zu tun. Wie sehr die prägnanten gärtnerischen Ideen Plomins vernachlässigt worden waren, zeigte symbolhaft ein Bild. Mitten im Kurpark steht dort plötzlich ein Tannenbaum am Wegesrand, den irgendjemand dort gepflanzt hat. Mittlerweile ist der Tannenbaum längst verschwunden, der Kurpark wurde von 2006 bis 2008 mit Millionen-Aufwand saniert und es kümmert sich heute auch mehr als nur ein Gärtner um das seit 2003 denkmalgeschützte Kleinod.

„Sie haben einen sehr großen Beitrag dafür geleistet, dass unser Kurpark wahrgenommen wird“, würdigte Bürgermeister Michael Koch die Verdienste der Kurparkfreunde und zählte einige Aktivitäten auf: den alljährlichen Kurpark-Kalender, das Weihnachtsdorf, Gartenreisen, Aktionen im Kinderferienprogramm, Kunst im Kurpark, Führungen, gärtnerische Unterstützung – und die Steganlage, die nun für rund 100 000 Euro neu aufgebaut werden soll: „Damit setzen Sie sich selbst ein Denkmal“, lobte Koch. Der geplante Steg sei „Ausdruck der Beharrlichkeit, mit der Sie sich für den Kurpark einsetzen“. Mit dieser Beharrlichkeit habe sich der Verein nicht immer Freunde gemacht, erklärte Koch, ermunterte die Kurparkfreunde jedoch, ihr Engagement fortzusetzen: „Ich hoffe, dass Sie weiter so aktiv bleiben, dass Sie nicht nachlassen im Werben nach außen, aber auch bei uns, um den Kurpark zu erhalten.“

Der zwischenzeitliche Rückschlag beim Bau der Steganlage hat in der Rückschau auch sein Gutes: „Jetzt bekommen wir für die Hälfte des Preises einen doppelt so langen Steg“, erklärte Julia Freese. Damit bekomme der Kurpark einen Rundweg, der anders als früher die gesamte Schwentinewiese umfasse. „Das ist ein großer Gewinn.“

Möglich werde dies, weil der Steg deutlich niedriger werde, nicht mehr aufwendig gegründet werden müsse und aufgrund der geringen Höhe von etwa 30 Zentimetern auch kein Geländer brauche. Rund 30 000 Euro der Bausumme könne der Verein aus eigenen Mitteln aufbringen, sagte Kassenwart Hans-Jürgen Glüsing. Weitere Mittel kommen, wie berichtet, auch von der Umweltlotterie Bingo. Die Reste der alten Steganlage sind mittlerweile fast von der Kurparkwiese verschwunden. In der nächsten Woche soll das Material für den Neubau geliefert werden. Auf der Schwentinewiese ist der Verlauf der neuen Steganlage schon einmal mit Stangen markiert.

Für Lacher unter Gästen und 34 anwesenden Mitgliedern sorgte Julia Freese, als sie bei ihrer anstehenden Neuwahl mit der Frage „Möchte jemand meine Arbeit gerne machen?“ um Kandidatenvorschläge bat. Natürlich trat niemand gegen sie an, und sie wurde einstimmig im Amt bestätigt. Als Beisitzer wiedergewählt wurden Anne Brendelberger, Jutta Metzner und Dieter Rose. Neu als Beisitzer wählten die Mitglieder Dietrich Busch, der unter dem Dach der Kurparkfreunde die Arbeit des Kulturkreises fortsetzen will. Dieser hatte sich nach dem Tod seiner Vorsitzenden Susanne Naue aufgelöst. „Mit einem kleinen, bescheidenen Programm wollen wir gerne weitermachen“, erklärte Busch.

Positives und Negatives berichtete Julia Freese vom Weihnachtsdorf. Die 6. Auflage des Festes war erstmals nicht auf einen Zuschuss der Gemeinde angewiesen, litt aber unter Vandalismus. Unbekannte zerstörten einen Weihnachtsmann, der als Werbefigur diente. Positiv sieht die Mitgliederentwicklung aus. In den vergangenen Monaten verzeichnete der Verein einen deutlichen Schub. Die Mitgliederzahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 16 auf 83. Unter den neuen Mitgliedern sind 14 vom ehemaligen Kulturkreis.

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