Eutin : Dänischer Auftakt im "Blues-Mekka"

Auch mit einfachen Instrumenten lässt sich prima Blues-Musik machen: Das bewiesen Tim Lothar und Peter Nande (vorn) aus Dänemark. Foto: Fotos: Schröder
1 von 2
Auch mit einfachen Instrumenten lässt sich prima Blues-Musik machen: Das bewiesen Tim Lothar und Peter Nande (vorn) aus Dänemark. Foto: Fotos: Schröder

Erst im letzten Moment klappte es, die Musiker aus allen Kontinenten nach Eutin zu holen. Lob gab es von der Kulturbeauftragen des Landes.

Avatar_shz von
18. Mai 2012, 12:27 Uhr

Eutin | Es ist ein beispielloses Unterfangen: Bluesacts aus allen Erdteilen haben die Organisatoren des 23. Blues-Fests in diesen Tagen in Eutin versammelt. Doch was war das? Beim Empfang der Stadt kurz vor dem ersten Auftritt schien es merkwürdig leer. War der Anspruch, Musiker aus allen Kontinenten nach Ostholstein zu holen, am Ende doch zu groß? "Viele Musiker sind auf dem Weg hierher hängen geblieben", erklärte Horst-Dieter Fischer, Vorsitzender des Vereins Blues Baltica, ganz entspannt die Lage.

Manche steckten im Feiertagsverkehr fest. Das konnte der Band mit der weitesten Anreise nicht passieren. Sie war schon am Vortag in Eutin. Und so trugen sich "Sweet Felicia & The Honeytones" aus Australien ins Goldene Buch der Stadt ein.
"Eutin wird zum europäischen Blues-Mekka"

Zuvor hatte die Kulturbeauftragte der Landesregierung, Caroline Schwarz, auf die Bedeutung der 23. Blues Baltica/Bluesfest Eutin hingewiesen: "Eutin wird in diesen Tagen für eine knappe Woche zum europäischen Blues-Mekka." Damit richte sich der Blick der internationalen Blues-Szene auf Schleswig-Holstein. Die Blues Baltica habe einen bedeutenden Grundstein gelegt, um ein Netzwerk in dieser künstlerischen Sparte über die Ostsee auszubreiten, erklärte Caroline Schwarz.

Rechtzeitig in Eutin eingetroffen waren auf jeden Fall die Dänen Tim Lothar und Peter Nande. Sie boten dem zahlreich versammelten Blues-Publikum einen kurzweiligen Auftritt, wobei besonders Peter Nande mit seinen außergewöhnlichen Instrumenten für Heiterkeit und Erstaunen sorgte. Er spielte Bass auf einer Blechwanne und Besenstil und entlockte auch einem großen Bierkrug die Blues-Töne. Nicht umsonst hatten die Veranstalter, der Verein Baltic Blues und Helge Nickel, das Dänen-Duo als Multi-Instrumentalisten angekündigt. Bemerkenswert war auch ein Mundharmonika-Solostück von Peter Nande, bei dem ein alter Dampfzug förmlich durchs Publikum zu rattern schien. Anschließend spielte Sweet Felicia & The Honeytones mit ihrem Swingin’ Retroblues auf, bevor Georg Schroeter und Marc Breitfelder sowie Richie Arndt & The Bluenatics mit ihrem "German Blues Projekt" die Bühne betraten.
Eine Band konnte fast nicht einreisen

Gewogen zeigte sich dem Bluesfest gestern das Wetter. Zwar zogen vom Großen Eutiner See her immer wieder bedrohlich schwarze Wolken auf, doch Regenschauer blieben aus, meist schien die Sonne. Die Absicht, Musiker aller Kontinente zu vereinen, wäre allerdings doch beinahe noch gescheitert. Helge Nickel musste alle Hebel in Bewegung setzen, um die indische Band Soulmate nach Eutin zu bekommen. Das Problem: Für ihren Flug mit Zwischenstopp in England brauchten die Inder unbedingt ein Transitvisum. Das bekamen sie erst sechs Stunden vor ihrem Abflug - nachdem Nickel via Telefon kräftig bei der britischen Botschaft gewirbelt hatte.

Das viertägige Bluesfest endet am Sonntagabend. Bis dahin wird auf der Bühne auf dem Marktplatz täglich Blues geboten. Heute und Morgen geht es ab 23.30 Uhr mit einem Nightfestival im Theater am Schloss weiter.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen