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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 17:16 Uhr

Dänemark bangt um Fehmarnbelt-Projekt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Krisentreffen in Kopenhagen / Finanzminister stellt den teuren Tunnelbau in Frage

von
erstellt am 25.Aug.2015 | 18:12 Uhr

Die Pläne für eine feste Fehmarnbelt-Querung geraten weiter ins Wanken: Dänemarks neuer Finanzminister Claus Hjort Frederiksen bereitet seine Landsleute darauf vor, dass der Bau eines Tunnels von Lolland nach Fehmarn um weitere Jahre verschoben oder sogar ganz aufgegeben werden könnte. Für heute ist ein parlamentarisches Krisentreffen zu dem Verkehrsprojekt anberaumt.

Ein gründlicher Check der Staatsfinanzen habe ergeben, dass die Ausgaben für Infrastrukturprojekte in den kommenden Jahren gesenkt werden müssten. Das sagte der Finanzminister von der rechtsliberalen Regierungspartei Venstre der Wirtschaftszeitung „Børsen“.

„Wir werden harte und schwierige Beschlüsse darüber treffen müssen, einige Projekte zu stoppen – auch solche, die bereits im Gange sind“, kündigte Frederiksen an. Um hinzuzufügen: „Und wir können natürlich keine neuen Infrastrukturprojekte in Gang setzen“. Ausdrücklich gefragt, ob davon die Fehmarnbelt-Querung betroffen sein könnte, antwortete er: „Im Prinzip ist alles betroffen, und dann müssen wir uns davon ausgehend eine Meinung bilden.“

Der Kassenwart der Regierung in Kopenhagen lässt keinen Zweifel daran, dass er sorgenvoll auf den Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark blickt: Die Kosten steigen, die Zuschüsse der EU sinken. Im Frühjahr war bekannt geworden, dass sich die Bau-Kosten gegenüber ursprünglichen Plänen um neun Milliarden Kronen verteuern. Im Frühsommer hatte dann die Europäische Union mitgeteilt, dass ihre Zusschüsse für das zuletzt mit 7,4 Milliarden Euro kalkulierte Bauprojekt erheblich niedriger ausfallen würden.

Der dänische Verkehrsminister Hans Christian Schmidt will heute mit den Parlaments-Fraktionen darüber beraten, wie die breite Front der Tunnel-Befürworter in der dänischen Politik mit den Hiobsbotschaften umgehen will, die Schmidt vorige Woche in Kiel erfahren hatte. Dort hatte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer eingeräumt, dass er kein verlässliches Datum für einen Planfeststellungsbeschluss für die auf deutscher Seite notwendigen Maßnahmen nennen könne.

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