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Timmendorf : Dachziegel zur Wegbefestigung: Der Wald als Schutthalde

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Landesforsten kämpfen mit illegaler Entsorgung. Bei Timmdorf landeten tonnenweise Dachziegel auf einem Waldweg.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 19:13 Uhr

Timmendorf | Jürgen Skop ärgert sich: „Ich bin nicht der Aufpasser vom Dienst, aber es kann doch nicht jeder seinen Müll im Wald abladen“, schimpft der Timmdorfer. Als er seine täglichen Runde rund um Radlandsichten drehte, stieß er in einem Waldweg auf der Strecke von Radlandsichten nach Timmdorf auf rote Dachziegel, die dort gleich containerweise ausgekippt worden waren, offenbar um den Weg zu befestigen. Skop erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

Doch die Polizei hat die Ermittlungen eingestellt. „Das Einbringen solcher Dachziegel zur Wegbefestigung sei weit verbreitet und auch durchaus vertretbar“, heißt es in einem Antwortschreiben der Polizei, die aber trotzdem Kontakt mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten als Flächeneigentümer aufnahm.

Peter Hundrieser von der zuständigen Försterei Dodau verzichtete auf eine Anzeige, nachdem er die Schuttablagerung in Augenschein genommen hatte. Er hat nach vergleichbaren Fällen die Hoffnung aufgegeben, dass ein Verursacher gefunden wird. „Wir haben sowas öfter angezeigt, die Verfahren sind aber immer eingestellt worden.“ Die Ziegel seien wohl von einem privaten Waldbesitzer ausgebracht worden, vermutet Hundrieser. Denn neben dem Staatsforst gebe es dort auch Privatwald.

Die Landesforsten selbst setzten zur Befestigung von Wegen keine Dachziegel ein, erläutert der Förster. Vielmehr würden für den Wegbau eigens gebrochene Natursteine aus Norwegen genutzt. Wenn Wege besonders stark beschädigt seien, werde auch Kies verwandt. Allerdings stuft Hundrieser Dachziegeln zur Befestigung als nicht so gravierend ein wie manch andere Ablagerungen von Müll und Bauschutt, in denen sich beispielsweise auch schon mal zerhackte Drainagerohre befunden hätten.

Dennoch: „Wir werden das wohl wegholen“, kündigte Hundrieser mit Blick auf die Dachziegel an. Für ihn ist die Beseitigung von Abfällen und Schutt beinahe schon eine traurige Routineaufgabe. „Seit Beginn dieses Jahres haben wir schon kubikmeterweise Müll aus dem Wald geholt.“

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