Plön/Ostholstein : Corona bereitet der Binnenfischerei große Sorgen

Ein leeres Behältnis: Fischer Rüdiger Lasner vom Großen Plöner See hat in diesem Jahr noch nicht einen Fisch gefangen und zeigt dem Umwelt- und Fischereiminister Jan Philipp Albrecht die hoffnungslos leere Tonne.
Ein leeres Behältnis: Fischer Rüdiger Lasner vom Großen Plöner See hat in diesem Jahr noch nicht einen Fisch gefangen und zeigt dem Umwelt- und Fischereiminister Jan Philipp Albrecht die hoffnungslos leere Tonne.

Berufsstand klagt über Einbußen durch Corona-Pandemie. Minister Albrecht hofft auf baldige Rückkehr der „Normalität“

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19. Mai 2020, 16:15 Uhr

Plön/Eutin | Die Corona-Krise zwingt auch die Binnenfischer und Teichwirte in Schleswig-Holstein in die Knie. Rüdiger Lasner aus Ascheberg, Fischer auf dem Großen Plöner See, ist aktuell der einzige, der noch in seiner Fischerei arbeitet. Normalerweise hat es jetzt Saison in zwölf weitere Mitarbeiter angestellt. Lasner nutzte die Gunst der Stunde und stellte dem Umwelt- und Fischereiminister Jan Philipp Albrecht seine Sorgen und Nöte vor. „Wir sind in dieser Zeit sonst auf Messen, Wochenmärkten und Veranstaltungen unterwegs“, sagte Lasner. Doch das sei für die Fischerei alles weggefallen. Dazu zähle auch die Belieferung von Hotels und Restaurants mit frischem heimischem Fisch aus dem Großen Plöner See.

Ich habe in diesem Jahr noch nicht einen einzigen Fisch verkauft Rüdiger Lasner, Fischer
 

„Ich habe in diesem Jahr noch nicht einen einzigen Fisch verkauft“, klagte Rüdiger Lasner. Ein Silberstreif zeichnet sich jedoch am Horizont ab: am Samstag, 29. Mai, eröffnet er seinen Fischereibetrieb mit eigener Restauration an der Neumünsteraner Straße. Die Mitarbeiter seien auf ihre Jobs beim ihm angewiesen, hätten ihre Familien und Kinder mit dem Einkommen zu versorgen. Jetzt sehe er mit Ungewissheit in die Zukunft. Wenn Betriebe wieder hochgefahren würden und dann die zweite Corona-Welle über die Menschen fege, geht das auch für die Binnenfischer und Teichwirte im Land nicht gut aus.

Die Mitarbeiter sind weiterhin in der Arbeitslosigkeit geblieben

Rüdiger Lasner beschreibt, dass er seine Mitarbeiter nach der Saison im Januar und Februar in die Arbeitslosigkeit schickt, um sie dann zu Beginn der Saison im März wieder einzustellen. Doch dann kam die Dorona-Pandemie und es kam gar nicht erst zur Einstellung. Die Mitarbeiter seien weiterhin in der Arbeitslosigkeit geblieben. Lasner selbst habe erst einmal Soforthilfe beantragt, die am Ende wohl nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein sein wird.

Die Zugnetzfischerei geht von Oktober bis April und die Auftragsbücher zum Abfischen waren voll Peter Liebe, Fischer
 

Auch Fischer Peter Liebe aus Süsel klagte: „Die Zugnetzfischerei geht von Oktober bis April und die Auftragsbücher zum Abfischen waren voll.“ Doch dann kam die Corona-Krise. Er sei seine Fische nicht mehr losgeworden. Selten sei mal ein Privatkunde vorbei gekommen, um sich einen Aal zu holen. Das war’s denn aber auch schon. Liebe: „Das ist bei uns Fischern wie ein Ernteausfall bei den Landwirten.“ So büßten auch die Fischer einen großen Teil ihres Jahresumsatzes durch die Corona-Pandemie ein. „Der Fischabsatz ist für alle Betriebe im Land gleich Null“, weiß Sabine Schwarten. Die Eutiner Fischwirtschaftsmeisterin ist zugleich Vorsitzende des Verbandes der Binnenfischer und Teichwirte im Land. Sie hofft mit ihren Berufskollegen auf Mittel aus dem Landeshaushalt.

Ich bin da vorsichtig optimistisch Jan Philipp Albrecht, Umwelt- und Fischereiminister
 

Umwelt- ind Fischereiminister Jan Philipp Albrecht zeigte Verständnis für die Lage der Fischerei im Land. Er verwies jedoch auf Gespräche zur Unterstützung der Fischerei, die auf europäischer Basis im Gange seien. Nach einem Europäischen Ergebnis müsse dann gesehen werden, wie sich das im Landeshaushalt abbilden lasse. Zunächst hofft Albrecht auf eine Zulassung der Gastronomie, damit auch wieder langsam ein „normales Leben“ in die Betriebe einziehen könne. „Ich bin da vorsichtig optimistisch“, sagte Albrecht den Binnenfischern und Teichwirten.

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