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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 10:54 Uhr

Christoph Schmidt †

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 16:10 Uhr

„Alter ist kein Verdienst.“ In dieser ihm eigenen, nüchternen Art kommentierte es Christoph Schmidt vor einigen Jahren, als er vom CDU-Ortsverband eine Auszeichnung für langjährige Mitgliedschaft in Empfang nahm. Als verdienstvoll wird Christoph Schmidt in seiner Heimatgemeinde trotzdem in Erinnerung bleiben.

Schmidt gehörte zu den Mitgründern des Heimat- und Verschönerungsvereins Malente-Gremsmühlen, den er zwanzig Jahre lang als Vorsitzender führte und zu dessen Ehrenvorsitzenden ihn die Vereinsmitglieder 2007 machten. „Er hat unheimlich viel angeschoben“, sagt sein Nachfolger als Vorsitzender, Hans-Jürgen Erichsen, der auch Schmidts ausgleichende Art hervorhebt. Schmidt sorgte für den Wiederaufbau der abgebrannten Thomsen-Kate in der Marktstraße ebenso wie für den Erhalt der Tews-Kate in der Sebastian-Kneipp-Straße. Das ursprüngliche Ziel des Vereins, das Mühlrad an der Gremsmühle wieder in Schwung zu bekommen, erreichte Schmidt schließlich 2006, zum Ende seiner Amtszeit.

Der gebürtige Ostpreuße – er stammte aus Sonnenburg, das heute in Polen liegt – arbeitete bis 1973 als Meiereimeister in Malente– dort, wo sich heute der Rewe-Markt befindet. Dann wurde er Kreisgeschäftsführer der CDU, für die er auch lange in der Malenter Gemeindevertretung saß. Dem damaligen CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Dr. Rolf Olderog bleibt er als „herausragende Persönlichkeit“ in Erinnerung. Von 1979 bis zum Ruhestand arbeitete Schmidt schließlich beim Kreis Ostholstein in der Lebensmittel-Überwachung.

Als „wandelndes Lexikon“ hat Malentes CDU-Ehrenvorsitzende Herlich Marie Todsen-Reese Christoph Schmidt in Erinnerung. Er habe nicht nur durch ein hervorragendes Zahlengedächtnis, sondern auch durch bemerkenswertes geschichtliches Wissen geglänzt. Viele werden ihn in Erinnerung haben, wie er Pfeife schmauchend mit einem Glas Rotwein ein gutes Buch zur Hand nahm. Doch auch sportlichen Aktivitäten war Schmidt nicht abgeneigt, trainierte zusammen mit dem späteren
Zehnkampf-Weltrekordler Kurt Bendlin.

Herausragend war seine mit einem hintergründig-liebenswerten Humor gepaarte Schlagfertigkeit. Die kam auch bei seinem Abschied als Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins zum Vorschein. „Das ist angemessen“, kommentierte er trocken sein Abschiedsgeschenk: Einen Glaskrug aus der Malenter Glasbläserei, wie ihn zuvor nur der damalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen erhalten hatte. Christoph Schmidt starb am vergangenen Montag im Alter von 79 Jahren. Der Trauergottesdienst findet am Freitag, 13. März, in der Maria-Magdalenen-Kirche statt.

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