Christian Rave muss verletzt raus

Zugucken fällt dem verletzten Christian Rave (links) sichtlich schwer, Trainer Lars Callsen wirft einen besorgten Blick aufs Spielfeld.
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Zugucken fällt dem verletzten Christian Rave (links) sichtlich schwer, Trainer Lars Callsen wirft einen besorgten Blick aufs Spielfeld.

Fußball-Oberliga Schleswig-Holstein: Eutin 08 verliert in Risum-Lindholm Rave mit Zerrung und das Spiel

shz.de von
26. August 2018, 22:41 Uhr

Eutin 08 begann gestern Nachmittag in der Fußball-Oberliga Schleswig-Holstein beim SV Frisia 03 Risum-Lindholm im Stile einer Spitzenmannschaft. Die Gäste ließen dem SV Frisia keine Zeit zum Luftholen, kombinierten, machten Druck und hatten die erste Chance, doch Kevin Ferchens Kopfball klatschte an die Latte, Moritz Achtenberg köpfte den Abpraller am Tor vorbei (2.). Vier Minuten später machte es Ferchen mit dem Fuß besser und traf zum 1:0. In der ersten Halbzeit hatte Eutin im Risum-Lindholmer Niko-Nissen-Stadion das Sagen, doch dann konnten die Gastgeber ihre Schnelligkeit bei Kontern ausspielen. Die Folgen waren der Ausgleich durch Finn Kalisch (13.) und der Siegtreffer, den Marvin Bruhn kurz nach der Pause markierte (48.). Schwerer als die Niederlage wiegt wahrscheinlich die Verletzung von Kapitän Christian Rave, der nach einer knappen halben Stunde verletzt vom Platz humpelte.

Bis dahin hatten die Eutiner ihr Spiel durchgesetzt. Doch die Gastgeber ließen sich auch von der Eutiner Führung – nach drei Siegen in vier Spielen enorm selbstbewusst – nicht aus dem Konzept bringen. Kevin Ferchen hatte sich gegen zwei Gegenspieler durchgesetzt und den Ball clever flach unter Torwart Johnny Nestler zur 1:0-Führrung ins Tor geschoben. Die Nordfriesen erwarteten die Eutiner weiter tief in der eigenen Hälfte und profitierten von einem Fehler im Umschaltspiel der Gäste. Finn Kalisch gelang wie aus dem Nichts das 1:1. Das Gegentor brachte die Eutiner nur kurz aus dem Konzept, sie fingen sich aber schnell und setzten ihr spielerisch starkes Angriffsspiel fort. Nestler hielt einen 18-Meter-Schuss von Chistian Rave sicher fest (15.), dann fischte er eine Volley-Abnahme von Nico Bruns aus dem linken oberen Eck (20.).

Der Knackpunkt des Spiels war für die Gäste die 28. Minute, als Rave eine hohe Hereingabe akrobatisch mit dem Bein aus der Luft holen wollte – und dabei mit dem Standbein im Rasen hängen blieb. Er signalisierte sofort, dass etwas Schwerwiegendes passiert ist. Der Kapitän ging nach kurzer Behandlung auf dem Spielfeld von Schmerzen geplagt vom Platz. Für ihn wechselte der Eutiner Trainer Lars Callsen Dennis Sauer ein. Die Kapitänsbinde übernahm Tim Gürntke.

Die beiden letzten Toraktionen der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber. So musste der Eutiner Torhüter Nikolas Wulf nach einer sehr kurz geratenen Rückgabe von Jesse Schlüter im letzten Moment mit dem Fuß vor dem heranstürmenden Kalisch klären (33.). Zehn Minuten später setzte sich Kevin Jacobsen im Sprint gegen Moritz Achtenberg durch, schoss aber weit über das Tor (43.).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit vollendete Marvin Bruhn den ersten schön herausgespielten Angriff des SV Frisia mit dem Führungstreffer (48.), als er sich im Strafraum behauptete und Wulf mit einem Aufsetzer in die linke Ecke keine Abwehrmöglichkeit ließ. Der Spielverlauf hatte die Gäste sichtlich verunsichert, die in der 57. Minute Glück hatten, dass die Risum-Lindholmer nicht auf 3:1 erhöhten. Nico Bruns rettete mit letztem Einsatz, indem er den Ball kurz vor der eigenen Torlinie zur Ecke beförderte.

„Wir haben gewusst, was auf uns zukommt, dass die Eutiner spielstark sind, dass sie zuerst richtig gut loslegen und versuchen in Ballbesitz zu kommen. Aber wir haben unsere Taktik darauf ausgerichtet, dass wir das Offensivspiel der Eutiner möglichst früh stören“, verriet Frisia-Trainer Uwe Petersen. Er lobte seine Spieler, die nur wenige Torchencen zugelassen haben. Die Tabellenführung sei schön: „Wir werden die Woche mit Sicherheit genießen, aber wir auch, dass die Tabelle nur eine Momentaufnahme ist.“ Er meinte, dass seine Mannschaft den Sieg verdient habe, dass Eutin 08 aber trotzdem seinen Weg gehen werde.

Lars Callsen war nach Spielschluss frustriert: „Das muss man erst einmal sacken lassen. Wir haben wieder super in die Partie gefunden und die Spielkontrolle gehabt, das Tor hervorragend herausgespielt und mehrere Möglichkeiten gehbat.“ Seine Mannschaft habe den Gegner dominiert. Ein Fehler in der Inneverteidigung habe den Ausgleich begünstigt. Die Verletzung von Christian Rave habe das Team geschockt. „Risum-Lindholm war heute an Effizienz nicht zu schlagen: Zwei Chancen, zwei Tore, das ist Wahnsinn“, sagte Callsen abschließend und schüttelte ungläubig den Kopf.

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