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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 06:51 Uhr

Amtsgericht Eutin : Chefin kommt am 4. Januar

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Anja Farries ist als Nachfolgerin Hanna Weges neue Direktorin der Justizbehörde.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 18:12 Uhr

Die obligatorische Urkunde bekam sie gestern, den Dienst wird sie am 4. Januar antreten: Anja Farries aus Lübeck ist – wie bereits berichtet – die neue Direktorin des Amtsgerichtes Eutin, das mit seinen 70 Mitarbeitern zu den durchschnittlich großen Justizbehörden des Landes zählt.

Die fast vierfache Größe hatte ihre bisherige Wirkungsstätte: Das Amtsgericht Lübeck, an dem die 52-jährige Juristin seit 20 Jahren tätig war – abgesehen von kurzen Unterbrechungen bei der Staatsanwaltschaft und beim Oberlandesgericht.

„Es ist ein guter Zeitpunkt, um noch einmal etwas ganz Neues anzufangen“, sagt die Nachfolgerin von Hanna Wege im Gespräch mit dem OHA. Ihre vier Söhne sind erwachsen und haben das Elternhaus verlassen, und nach 20 Jahren Arbeit als Jugendrichterin ist eine neue Herausforderung willkommen.

Sie habe in der Vergangenheit schon versucht, die Routine zu durchbrechen, und sich gezielt für jeweils ein Jahr zur Staatsanwaltschaft und zum Oberlandesgericht abordnen lassen. „Das waren wertvolle Erfahrungen, die mir auch für meine Aufgaben neue Energie gegeben haben.“

Die Arbeit der Staatsanwaltschaft sei wesentlich anders als die der Richter: „Die Schlagzahl ist wesentlich höher.“ Das heißt: Dort würden Berge von Vorgängen bearbeitet, bei jedem Fall die Frage beantwortet, ob der Sachverhalt für eine Anklage reicht oder das Verfahren anders eingestellt werden sollte.

Eine andere Arbeitsweise habe sie auch am Oberlandesgericht kennengelernt: „Dort wird immer in Kammern gearbeitet, also in einem Team von Kollegen, das habe ich sehr gemocht. Als Strafrichter ist man meistens allein: Man bereitet sich beim Aktenstudium allein auf die Verhandlung vor und fällt auch allein das Urteil.“

Als Leiterin des Eutiner Amtsgerichtes warten andere Aufgaben auf Anja Farries: Die Richter-Planstellen für Strafverfahren sind in Eutin besetzt, deshalb wird sie Zivilsachen übernehmen. Und es wartet natürlich die Leitung der Behörde mit ihren vielfältigen Abteilungen, deren Aufgaben weit über Straf- und Zivilverfahren hinausgehen.

Als dienstaufsichtsführende Richterin hat sie in Lübeck bereits Erfahrung als Vorgesetzte gesammelt, daneben war sie im Lübecker Amtsgericht auch die Beauftragte für Gleichstellung. „Dabei geht es heute nicht mehr allein darum, die Benachteiligung von Frauen zu vermeiden,“ erklärt Anja Farries. In Leitungsfunktionen der Justizbehörden seien Frauen zwar unterrepräsentiert, aber es gebe auch Männer, die in ihrem beruflichen Fortkommen Unterstützung brauchten: „Untersuchungen zeigen, dass Männer immer noch die besten Beurteilungen bekommen, danach folgen Frauen und als dritte Kategorie Frauen in Teilzeit. Am schlechtesten schneiden aber Männer in Teilzeit ab.“

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