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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 19:34 Uhr

Eutin : „Chancen und Angebote eröffnen“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wirtschaftsminister Meyer überreicht 4,7 Millionen Euro Fördergelder an elf Modellprojekte zur Integration von Langzeitarbeitslosen.

„Es ist immer gut zu sehen, wo Steuergelder bleiben“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer gestern im Haus des Handwerks. Denn der Landespolitiker hatte 4,7 Millionen Euro zu verteilen – Nutznießer waren elf Modellprojekte zur Integration von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt.

Eines dieser Projekte, das mit der Aktion „Neue Wege in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“ unterstützt die Landesregierung im Rahmen des Landesprogramms Arbeit gefördert wird, ist die ostholsteinische FBQ GmbH mit ihrer Initiative „Neue Wege in Beschäftigung“. 793  141,14 Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds erhielt die Gesellschaft der Kreishandwerkerschaft Ostholstein/Plön aus den Händen von Minister Meyer – zumindest symbolisch in Form einer Urkunde und einer Tafel, die an das Gebäude angebracht werden kann.

Die FBQ vermittelt langzeitarbeitslose Migranten in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Betrieben in Ausbildung, Umschulung oder Arbeit, erläuterte Projektkoordinator Julius Späte vor den anwesenden Gästen der Feierstunde im Haus des Handwerks. Enge Kontakte zu über 3000 Betrieben sollen dabei genutzt werden, um potenzielle Arbeitgeber intensiv zu informieren und zu beraten, so Späte. Fokussiert auf die Wirtschaftszweige „Maritime Wirtschaft“ und „Tourismus“ erhalten die Migranten an den Projektstandorten Eutin und Preetz individuelles Coaching, gezielte Sprachförderung sowie Unterstützung zur Erweiterung von Alltags- und Arbeitsmarktkompetenz. Praktische Qualifizierungen erfolgen in Kooperationsbetrieben.

Meyer lobte generell das Engagement der elf Projekte, warnte jedoch vor einer Konkurrenzsituation zwischen Projekten für Flüchtlingen und für Arbeitslosen. „Ich möchte nicht, dass Flüchtlingsmaßnahmen gegen Initiativen für Langzeitarbeitslose ausgespielt werden.“

Mit Blick auf die Migranten im Land und auf den Arbeitsmarkt geht Meyer fest davon aus, dass sich der „historisch niedrige Stand an Arbeitslosenzahlen verändern wird“. 105  000 Menschen sind in Schleswig-Holstein zurzeit ohne Job – das ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Januar seit mehr als zwanzig Jahren, sagte Meyer weiter. Die Zahl der Arbeitslosen werde langfristig steigen, mit ihnen auch die Zahl derer, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind – die so genannten Langzeitarbeitslosen. Für sie wurden unter anderem die jetzt geförderten Modellprojekte entwickelt, „mit deren Hilfe sie passgenau unterstützt werden“, so Meyer. Die Umsetzung werde kein Sprint, sondern ein Marathonlauf, verglich der Minister.

Beschäftigungschancen sieht das Land insbesondere in Branchen wie Tourismus, verarbeitendem Gewerbe, Handel, Lager, Logistik und die Gesundheits- und Sozialwirtschaft.

Seit dem Start des neuen Arbeitsmarktprogramms der Landesregierung im Sommer 2014 haben bereits 16 Modellprojekte für die aktive Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt mit einer Laufzeit von 24 Monaten ihre Arbeit aufgenommen. Mit der neuen Bewilligungsrunde erhöht sich die Zahl auf 27 Projekte. Mit den jetzt startenden elf Modellprojekten sollen rund 650 Teilnehmern neue Wege in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung eröffnet werden. „Ab Januar 2017 werden wir mit weiteren Modellprojekten zur Integration Langzeitarbeitsloser nachlegen – hierfür stehen weitere vier Millionen Euro zur Verfügung“, so Meyer. Man wolle so „Chancen und Angebote eröffnen“.

Dabei habe das Land auch die Fachkräfte im Blick. 100  000 von ihnen fehlen bis 2030, so Meyer. Migranten und Frauen rücken insofern stärker in den Fokus. „Es lohnt sich, um jeden auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen“, sagte Meyer.

Für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive sowie Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge wird es ab Juni 2016 ein Sonderprogramm für einen begleiteten Übergang in Ausbildung und Arbeit geben, kündigte Meyer an. „Dieses Programm statten wir gemeinsam mit der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit in einem ersten Schritt mit sechs Millionen Euro aus, um hier gezielt und wirksam zu helfen – drei Millionen Euro steuert das Land bei, drei Millionen kommen von der Bundesagentur für Arbeit“, sagte der Minister. Und gab den Vertretern der geförderten Projekte mit auf den Weg: „Ich möchte, dass sie erfolgreich sind.“

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erstellt am 27.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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