CDU will die Schlossgarage am liebsten verkaufen

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22. Januar 2018, 20:19 Uhr

Die Mitglieder des Hauptausschusses „retteten“ den Beschluss über die Zukunft der Schlossgarage gestern Abend in den nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Bis Redaktionsschluss wurde hinter verschlossenen Türen getagt. Aber vor etwa 20 Zuschauern wurden in der Tourist-Info zuvor doch noch diskutiert.

Zur Vorgeschichte: Fielmann und die Stadt betreiben gemeinsam als Eigentümer die defizitäre Schlossgarage. Jetzt sind etwa 200 000 Euro für Sanierungsarbeiten fällig, die Fielmann der klammen Stadt vorstrecken und sich auch an Marketingmaßnahmen beteiligen würde (der OHA berichtete). Vor allen Dingen bei der CDU gibt es Stimmen, die Schlossgarage zu verkaufen, weil das Geld für die Sanierung nicht da ist und ein Minus von jährlich über 50 000 Euro für die Stadt nicht tragbar ist.

Bürgermeister Lars Winter sprach gestern Abend von marginalen Defiziten. Durch Personal- und Sachkosten aber werde die Schlossgarage unwirtschaftlich. Doch die Stadt müsse für Parkraum sorgen. Winter möchte die Garage aus Gründen der Daseinsvorsorge im Eigentum der Stadt belassen. Zur Belebung des Parkgeschäfts sollte ein neues Parkleitsystem installiert werden. Die Sanierung sei dem Einbau einer falschen Asphaltdecke geschuldet.

Thorsten Pfau (SPD) sieht bei einem Verkauf Probleme mit der über der Schlossgarage liegenden Reitbahn, die er gern für Veranstaltungen in öffentlicher Hand behalten möchte. Stefan Plischka (CDU) betrachtete die Vollkosten der Garage. So würden seit 2005 jährlich über 50 000 Euro zugeschossen – ohne Zinsbelastung. Und: Die Reitbahn könnte bei einem Verkauf abgesichert werden. Auch Frank Evers (FWG-Plön) sieht in der Zukunft der Reitbahn für öffentliche Veranstaltungen keinen „Knackpunkt“ für einen Verkauf der Schlossgarage.

Für Gernot Melzer (CDU) sollten die Preise für die Parkplätze kostendeckend sein. So müsste ein Parkplatz zwischen 74 und 80 Euro kosten. „Das Schwimmbad reißt schon ein großes Loch in die Stadtkasse, jetzt reiht sich die Schlossgarage ein“, sagte er. Ursula Soltau (SPD) sieht die Schlossgarage als Projekt der Wirtschaftsförderung in Plön, die bewusst anfänglich nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Das sei allen bewusst gewesen. Doch die Schlossgarage sollte besser vermarktet werden. Aber auch die Gebühren für Parker sollten attraktiver gestaltet werden.

„Wir müssen einfach mehr Kundschaft haben, die Nutzer finden die Schlossgarage einfach nicht“, sagte Lars Winter. Das sei nur durch eine bessere Verkehrsführung möglich. 1,50 Euro pro Stunde und 5 Euro pro Tag an Parkgebühr sei nicht zu teuer. Aber vielleicht liege es auch am Namen Schlossgarage, weil der Nutzer denke, es seine eine Garage nur für Schlossbesucher. Winter hoffnungsvoll: „Wir sind nicht weit von schwarzen Zahlen in der Schlossgarage entfernt.“

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