CDU verabschiedet „Bildungspapier“

Ohne Gegenstimmen wurde das Grundsatzpapier zur künftigen Schwerpunktarbeit in Sachen Bildung vom Kreisparteitag letztlich verabschiedet.
Ohne Gegenstimmen wurde das Grundsatzpapier zur künftigen Schwerpunktarbeit in Sachen Bildung vom Kreisparteitag letztlich verabschiedet.

Werner Kalinka zieht seine erste Bilanz als Kreisvorsitzender und forderte Verhandlungen mit Kiel „auf Augenhöhe“

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12. Mai 2015, 16:53 Uhr

Das klare „Nein“ zu Fracking und zur Stadtregionalbahn, die Diskussion um die Schließung von Polizeirevieren und die Kosten für die neue Feuerwehrzentrale waren nur einige der Themen, mit denen sich die Kreis-CDU im vergangenen Jahr intensiv beschäftigt hat. Künftig werden es auch Flüchtlingsfragen sein oder die Mobilität des ÖPNV.

„Die Kommunalpolitik lebt vom Dialog“, unterstrich der CDU-Kreisvorsitzende Werner Kalinka in seiner ersten Bilanz. Die Partei müsse eine Linie haben, sie müsse diskutieren und sich an der Lebensrealität bewegen. „Die Parteiarbeit muss vitaler werden“, so Kalinka auf dem Kreisparteitag der CDU am Montagabend. Und sie will dabei einen neuen Schwerpunkt in der Bildungspolitik setzen.

„Die Bildungspolitik ist eine Kernposition der CDU. Es kann nicht sein, dass es in jeder Wahlperiode eine neue Schulpolitik gibt. Notwendig sind gerechtere und bessere Wege“, so Kalinka. „Die Attraktivität des Kreises in allen Aspekten muss aktiv durch uns gestaltet werden“, sagte er und forderte erneut Verhandlungen „auf Augenhöhe“ mit Kiel zum Beispiel in der Frage eines Ausbaus des Einkaufszentrums in Schwentinental.

Sachlich und themenorientiert verlief die angeregte Diskussion um das Positionspapier der Partei zur Schulpolitik unter dem Motto „Bewährtes erhalten – Neues gestalten“. Mit guter Bildungspolitik könne man Wahlen gewinnen oder verlieren, wie jetzt Bremen zeige.

Viele Eltern seien mit der Bildungspolitik im Land nicht zufrieden, die Lehrer mit ihrem Latein am Ende. Die Inklusion lasse die Lehrer alleine. „Man muss nicht alles über Bord werfen, die Pädagogik muss nicht neu erfunden werden. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, so einer der Autoren des Papiers, der ehemalige Plöner Schulrat Lothar Lamb. „Schule muss immer wieder neu gedacht werden, ohne dabei Bewährtes infrage zu stellen“. Bildung beginne in den Kindertagesstätten. Auf dem Lande sollten die zweizügigen Grundschulen als eigenständig erhalten bleiben. Zudem gebe es Überlegungen, letztlich die Zahl der Förderzentren auf ein Kompetenz-Förderzentrum zu reduzieren. Auch Förderzentren hätten ein Recht auf Eigenständigkeit. Die Einrichtung einer weiteren Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule außer an der Gemeinschaftsschule Probstei in Schönberg lehnt die Kreis-CDU ab.

Deutliche Kritik wurde an der Unterrichtsversorgung in den Schulen geübt. Nur zu oft werde der Stundenausfall durch „Eigenverantwortliches Arbeiten“ oder den Einsatz von Referendaren kaschiert – ohne, dass der Ausfall dabei erfasst werde. Zentrale Position des Bildungspapiers der Kreis-CDU ist deshalb die Forderung an das Land, „dass fachlich gut ausgebildete Lehrkräfte in ausreichender Zahl, also einer 100-prozentigen Versorgung, zur Verfügung gestellt werden.“ Die Schüler hätten das Recht auf Unterricht nach der Stundentafel.

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