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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 12:37 Uhr

CDU übt Kritik an Stadtbahn-Plänen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kieler Projekt belaste den Kreis Plön mit hohen Betriebskosten

Eine Zustimmung ohne Wenn und Aber zur Stadtregionalbahn (SRB) aus dem Kreis Plön noch in diesem Jahr scheint unrealistisch. Zumindest für die CDU-Kreistagsfraktion ist die Abstimmungslage klar, denn bevor sie ihr Okay gibt, will sie einen Bürgerentscheid in Kiel abwarten und darüber hinaus genauere Zahlen über die Kosten von der Landeshauptstadt abwarten. SPD, Grüne und SSW hatten am vergangenen Freitag einen Vorstoß für das Projekt gewagt (wir berichteten).

Dazu hatten Vertreter der drei Fraktionen aus Kiel und den beiden betroffenen Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde ein Konzept vorgestellt. Bevor die Planungen der Landesverkehrsservicegesellschaft im Frühjahr beginnen, sollen alle drei ihre Zustimmung geben.

Doch zumindest die CDU sieht das Projekt kritisch: „Eine Stadtregionalbahn ist weder notwendig noch finanzierbar“, sagt CDU-Kreisvorsitzender Werner Kalinka. Mindestens 380 Millionen Euro seien für die Baukosten zu veranschlagen. „Neben einer Beteiligung daran kämen auf den Kreis Plön jährlich mehrere Millionen Euro laufende Betriebskosten hinzu“, warnt CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Hansen. Allein für den Streckenabschnitt Kiel-Schönberg werde derzeit mit mindestens 1,7 Millionen Euro jährlichem Zuschussbedarf für die öffentliche Hand gerechnet, sagen die CDU-Chefs.

Haushaltsmittel stünden auch für den ÖPNV nur begrenzt zur Verfügung, heißt es in einer CDU-Stellungnahme weiter. Statt Geld in Straßensanierungen und in den Bau von Radwegen zu investieren, sollen jetzt Summen in „ein deutlich weniger notwendiges Bahnprojekt wie die SRB“ fließen.

„Von landespolitischer Seite wurde uns für dieses Vorgehen Zustimmung signalisiert“, sagten Dirk Scheelje, stellvertretender Vorsitzender der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Kiel, Martin Tretbar-Endres, verkehrspolitischer Sprecher
der SPD-Kreistagsfraktion Rendsburg-Eckernförde, und
Lutz Schlünsen, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Plön, sowie Axel Hilker, Vorsitzender der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Plön, bereits am Freitag unisono.

Doch die Kreis-CDU kontert: „Die Bahn ist im Gegensatz zum Bus keine flächendeckende Lösung für den ländlichen Raum“, sagt Kalinka. Ohne Busse kämen viele Bürger gar nicht erst zu Bahn-Haltepunkten. Und: Würden die Bahn-Pläne Wirklichkeit, würde die sehr gut ausgelastete Bus-Strecke Schönberg-Kiel ausgedünnt. „Während der Bus 28 Haltepunkte bedient, hätte die Bahn 4“, rechnet Kalinka vor.

Die CDU-Spitze im Kreis Plön fordert außerdem eine Bürgerbeteiligung zeitnah wie in Kiel. Denn diese sei hier erst frühestens 2020 vorgesehen – „wenn nach dem rot-grünen Willen schon der erste Spatenstich erfolgt ist“, sagt Kalinka.

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erstellt am 10.Nov.2014 | 12:13 Uhr

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