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Gemeinde Süsel : CDU nachtragend: Votum gegen Schultz

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Sieben Gemeindevertreter verweigerten dem Fassensdorfer Wehrführer die Zustimmung, weil er sich angeblich nicht für eine Beleidigung entschuldigt hatte.

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erstellt am 29.Mär.2015 | 14:00 Uhr

Das passiert äußerst selten: Edwin Schultz war am 13. Februar von den Aktiven mit 19 von 21 Stimmen als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Fassensdorf wiedergewählt worden. Am Donnerstag stand seine Bestätigung durch die Süseler Gemeindevertretung auf der Tagesordnung. In der Sitzung in der Bujendorfer Schützenhalle wies sich die CDU-Fraktion als nachtragend: Vier Christdemokraten stimmten gegen eine Bestätigung Schultz’, drei enthielten sich, der FWS-Vertreter Dieter Illing schloss sich den Zustimmungsverweigerern an. Mit neun Stimmen der SPD-Fraktion und der des Bürgermeisters Holger Reinholdt (FWS) gab es aber eine Mehrheit für eine Bestätigung. Vier weitere Ortswehrführer und drei stellvertretende Wehrführer wurden – wie es üblich ist – ausnahmslos einstimmig bestätigt.

Die Nein-Stimmen und Enthaltungen für Schultz begründete CDU-Vertreter Peter Bimberg damit, dass Edwin Schultz die Gemeindevertreter persönlich beleidigt und sich bis heute nicht entschuldigt habe. Ein solches Verhalten müsse auch einmal öffentlich angesprochen werden.

Über das Verhalten der CDU sei er „sehr erstaunt“, reagierte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Albrecht Dudy. Es habe im Februar unter der Leitung von Altbürgermeister Wilhelm Boller ein Klärungsgespräch gegeben, in dem ein Schlussstrich für die Vergangenheit und ein Blick nach vorne vereinbart worden sei. „Von daher wundert es mich sehr, dass von der CDU jetzt doch wieder nachgekartet wird.“

Edwin Schultz, der selbst der CDU angehört und in der vorangegangenen Legislaturperiode Gemeindevertreter war, übte sich nach der Sitzung in gewohnt deutlichen Worten: Das Verhalten der CDU-Fraktion im Nachgang sei beschämend und auch eine Frechheit in Bezug auf die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement. Im übrigen habe er sich in dem Klärungsgespräch entschuldigt. Schultz weiter: „Ich bin ihnen nicht mal böse, denn sie wissen gar nicht, was sie mit ihrem Verhalten anrichten.“ Wichtiger als die Zustimmung der CDU-Fraktion sei ihm der Rückhalt in der eigenen Wehr und in der Gemeinde.

Mit Blick auf die Partei sagte Schultz: „Ich werde auch weiter Mitglied der CDU bleiben. Aber ich finde, der Kreisvorsitzende sollte sich hier einmal blicken lassen und sehen, was hier abgeht.“

Für die SPD-Gemeindevertreterin Swantje Meininghaus hatte das Verhalten der CDU bei Schultz durchaus Methode: Wer kritisch sei, habe keine Chance. So habe die Fraktion auch die Wahl eines ehrenamtlichen Schöffen abgelehnt, der in einem Leserbrief die CDU kritisiert hatte.

 

Bestätigt und vereidigt wurden die Wehrführer Edwin Schultz (Fassensdorf), André Sattler (Gothendorf), Nils Rave (Groß Meinsdorf), Stefan Grell (Kesdorf) und Rolf Müller (Röbel) sowie die Stellvertreter Ralf Rutz (Groß Meinsdorf), Uwe Hinrichsen (Kesdorf) und Mike Cassel (Süsel).

 

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