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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 21:38 Uhr

Plön : Cannabis ist Droge Nr. 1 im Kreis

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jobcenter Kreis Plön hatte zur Fachtagung Sucht in die Fachklinik Freudenholm eingeladen

von
erstellt am 11.Feb.2014 | 12:17 Uhr

Drogen werden im Kreis Plön von jungen Menschen meist sorglos und massiv konsumiert. Dabei bleibt Cannabis Droge Nummer eins. Darauf machte Kristina Höhne-Wawra von der ATS-Suchtberatungsstelle für den Kreis Plön in der Fachklinik Freudenholm aufmerksam. Das Jobcenter Plön hatte zu einer Fachtagung zum Thema Drogen eingeladen und knapp 90 Fachleute dafür interessiert.

Kollegin Imke Wussow von der ATS-Suchtberatung sagte, dass Jugendliche oft in
Superlativen lebten: sie sollen der Klügste, der Schönste, der Schnellste oder der Beste sein. „Jugendliche sind teilweise stark überlastet“, sagte Wussow. Erschöpfung und Depressionen seien allerdings die schlimmen Folgen. Durch die Behandlung mit Tabletten werde ein Konsum entwickelt, der schnell bei Drogen enden könne.

Der Kriminalbeamte Stefan Meyer aus Plön sprach über die Bekämpfung der Entstehung einer „Kiffer-Demokratie“ im Kreis Plön. Im Gegensatz zu Cannabis breitet sich der Konsum von Heroin im Kreis Plön nicht weiter aus, sagte der Kriminalbeamte Meyer. Die Konsumenten seien älter und hielten sich meistens in den größeren Orten im Kreis Plön
auf: Plön, Preetz, Lütjenburg oder Schönberg. Das Heroin werde im harten Kern weitergegeben.

Sorgen bereitet Stefan Meyer die Entwicklung in den USA: „Dort wird qualitativ hochwertiges Heroin günstig in Massen herausgegeben.“ Er rechnet damit, dass diese Entwicklung in ein bis zwei Jahren auch auf Europa zukommt. Kokain, Amphetamine oder Extasy seien bei Konsumenten im Alter von 16 bis 25 Jahren beliebt. Es falle auf, dass junge Leute ausreichend Geld zum Kauf von Drogen hätten. So seien vor einigen Jahren den Beamten manche Diebe bereits bei der Beschaffungskriminalität aufgefallen.

„Wir leben hier im Kreis Plön allerdings ein bisschen auf der Insel der Glückseeligen“, lobte Meyer das Ergebnis harter Arbeit verschiedener Institutionen. Die Polizei in Plön halte sehr erfolgreich fünf spezialisierte Sachbearbeiter vor, denn jugendliche Intensivtäter seien auch schnell in Drogenbereichen anzutreffen.

Die enge Kooperation zwischen Jugendgericht, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe im Kreis Plön sei sehr gut und, so Meyer, vielleicht sogar landesweit einmalig. Alle zögen an einem Strang in dieselbe Richtung.

Landrätin Stephanie Ladwig eröffnete die Fachtagung im Beisein des Geschäftsführers des Jobcenters Kreis Plön, Gerhard Kerssen. Sie lobte die gute Vernetzung im Kreis Plön. Angelika Bähre, Sucht- und Drogenbeauftragte des Landes, berichtete, dass das Land Schleswig-Holstein jährlich rund 2,1 Millionen Euro für die Suchtkrankenhilfe ausgebe. Davon bekomme der Kreis Plön 46 580 Euro. Das seien leider 13 000 Euro weniger, als in der vorherigen Förderperiode. Angelika Bähre forderte alle Beteiligten auf, bessere Dokumentationen ihrer Arbeit vorzulegen. Bähre: „Bei der Finanzierung gehört
der Kreis Plön leider zu den Verlierern im Land Schleswig-Holstein“.


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