Busbahnhof: Bald kommt das Dach

Tiefbauer Dieter Hohensee hebt mit den Straßenbauern Sven Burmeister (vo.) und Günter Smok (hi.) die Ampel um.   Fotos: Kahlke
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Tiefbauer Dieter Hohensee hebt mit den Straßenbauern Sven Burmeister (vo.) und Günter Smok (hi.) die Ampel um. Fotos: Kahlke

Der neue ZOB an der Bahnhofstraße kommt in Form / Gestern versetzten Arbeiter die Ampel / Fußgängerüberweg ist gepflastert

shz.de von
07. August 2018, 12:46 Uhr

Die Bahnhofstraße ist wieder gesperrt. Der Grund sind die nächsten Arbeiten für den neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), wie Bauingenieurin Johanna Wrobel von der Stadtverwaltung gestern sagte. Spätestens am 12. September sei die Bahnhofstraße wieder frei zu befahren.

Arbeiter buddelten gestern die Fußgängerampel aus, die in Höhe der Straße am Mühlenberg stand. Und noch am selben Tag standen die beiden Masten einige Meter südlicher auf direkter Höhe der Fußgängerunterführung zur Peterstraße. Es war ein Knochenjob für die Straßenbauer Günter Smok und Sven Burmeister von „Ostseebau“ und den Tiefbauer Dieter Hohensee der Firma Dewenter. Mit Spaten und Körperkraft hievten die Bauleute die Anlage aus ihrem Loch und schleppten sie zur Gabel des Radladers, den Tiefbau-Kollege Rolf Müller fuhr. Mit Bedacht wendete er das Gefährt und steuerte den neuen Standort an. Dort setzten die vier die Anlage wieder ein.

Der Mast sitzt 80 Zentimeter tief in der Erde, umschlossen von verschiedenem Kies-Stein-Gemisch, die unterste Schicht sei der Frostschutz, sagte Burmeister, darüber komme der Unterbau, dann der Split und obenauf die Pflasterung. In Ostholstein werde nicht mit Betonfundament gearbeitet, so seien die Vorgaben, erklärte Hohensee.

Währenddessen hockte Thomas Tiede von der Firma Swarco in Kiel vor dem schon gesetzten Ampelmasten auf der Bahnhofsseite. Der Servicemechaniker für Verkehrsleitsysteme schloss die Anlage an. Er nahm die Neuverdrahtung vor, wie er selbst sagte. Dafür band er 24 Adern zu einem Kabel zusammen und schloss sie an.

Damit die Adern übersichtlich bleiben, sortierte der Mechaniker jede einzelne mit Hilfe eines Arbeitsfadens anstatt mit Platz raubenden Klemmen. Sein Auszubildender arbeitete zeitgleich an den Anschlüssen im Steuergerät.

Die 24 Adern sind nach Auskunft von Tiede nötig, um die Rot-, Gelb- und Grünsignale schalten zu können, das Fußgängerlicht, die Blindenakustik und die Fußgängeranforderung mit Vibrationssignal. Die Ampel gehöre zu den Niederspannungsanlagen, sie arbeite mit 40 Volt.

Am anderen Ende des neuen ZOBs saß Hartmut Marten im Baucontainer und hatte viele Ordner mit Papierunterlagen vor sich. Da stehe das gesamte Projekt mit allen Vorgaben drin, erklärte der Polier. Das Telefon klingelte, der Kollege einer Firma kündigte seinen Besuch an. Gemeinsam wollen beide vorbereitete Arbeiten prüfen, damit, wenn die entsprechenden Teile geliefert werden, auch alles stimmt und montiert werden kann, wie Marten erklärte. Die Wartezone des ZOBs und die Bushaltebuchten sind bereits gepflastert, die Fahrspuren betoniert. 28 Tage dauere es, bis Beton durchtrockne, sagte Marten. Bei der Trockenheit haben sie allerdings wässern müssen, damit der Beton nicht reiße. Im Winter sei es zu viel Regen gewesen, für den Beton sei es jetzt fast zu wenig.

Der Vorarbeiter von „Dewenter“, das mit Subunternehmen wie Ostseebau den ZOB errichtet, erwartet in der übernächsten Woche das Glasdach, das auf Stahlträgern ruhen wird. Das Dach wird auf einem Drittel der Wartezone den Reisenden Schutz vor Regen bieten. Nach Auskunft Wrobels werden in nächster Zeit auch die Verkehrsschilder aufgestellt.

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