zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 15:26 Uhr

Malente : Buntes Fest trotz trüben Wetters

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Malente macht bunt“: Die Besucher ließen sich vom Wetter nicht abschrecken und spendeten großzügig für Flüchtlinge .

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2015 | 06:00 Uhr

„Ja, aber  ...“ – eine Formulierung, die in den vergangenen Wochen oft in Bezug auf Flüchtlinge zu hören war. So auch am vergangenen Sonnabend in Malente. Ja, es regnete. Aber davon ließen sich die Besucher bei „Malente macht bunt“ nicht abschrecken. Sie alle wollten bei dem Fest im Kurpark ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und gegen Fremdenhass setzen. Wobei das in den Augen von Malentes stellvertretendem Bürgermeister Wolfgang Kienle (CDU) auch ein bedenkliches Zeichen war. „Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein“, so Kienle.

Derzeit leben in der Gemeinde Malente 92 Flüchtlinge, aber deren Zahl werde in den kommenden Monaten weiter steigen. „Wir rechnen damit, dass wir doppelt so viele Flüchtlinge aufnehmen müssen wie ursprünglich geplant“, berichtete Kienle. Dafür brauche die Gemeinde dringend Wohnraum. Wer freien Wohnraum zur Verfügung stellen könne, der solle sich ganz dringend im Rathaus melden, appellierte Kienle.

Die meisten Besucher wollten mit ihrer Anwesenheit ein Zeichen setzen. „Wir wollen die Flüchtlinge hier in Deutschland begrüßen“, erklärte Ute Klindt. Die Malkwitzerin war gemeinsam mit Freundin Angelika Fahrenkrog gekommen. „Würden wir es denn anders machen, wenn wir aus einem Kriegsgebiet kommen würden?“, gab Fahrenkrog zu bedenken.

Solidarität wollte auch Anne Knörnschild zeigen. Und passend zum Motto „Malente macht bunt“ war die Eutinerin in knallgelber Regenjacke und roter Perücke gekommen, während ihr fünf Jahre alter Sohn Luis sich als Drache verkleidet hatte. „Wir wollen den Flüchtlingen zeigen, dass sie willkommen sind und dem Grauen etwas entgegensetzen“, sagte Knörnschild. Sie sei beeindruckt davon, was die beiden Organisatorinnen Kerstin Ahrens und Verena Grimm in nur fünf Wochen auf die Beine gestellt hatten. Die wiederum waren begeistert von dem Engagement der Besucher. „Es waren viel mehr Leute da, als wir bei dem Wetter erwartet hatten“, so Grimm. Und Ahrens gab zu, teilweise auch sehr ergriffen gewesen zu sein. Etwa als mehr als 400 bunte Luftballons, verbunden mit guten Wünschen und Gedanken für Flüchtlinge, in den Malenter Himmel aufstiegen. Oder als ihr ein Scheck der Kindergartens in Benz überreicht wurde. Die Kinder hatten Spielzeug für den guten Zweck verkauft und so 26 Euro zusammen bekommen.

Großzügig gespendet wurde auch am Stand des Jugendrotkreuzes. Dort wurden Kleiderspenden entgegen genommen. Innerhalb von nur wenigen Stunden war ein 13 Kubikmeter fassender Sprinter mit Kleiderspenden gefüllt. Diese werden von einem Zentrallager in Oldenburg aus an Flüchtlinge in ganz Ostholstein verteilt. „Mit so viel hatten wir nicht gerechnet“, sagte Benedikt Boehm vom Malenter Ortsverein. Wie viele Spenden insgesamt zusammen gekommen sind, steht noch nicht fest.

Vom Erlös des Festes wollen die Organisatorinnen Schulbücher für den Deutschunterricht der Flüchtlinge in Malente kaufen. Mehr aber noch als materielle Hilfe wünschen Grimm und Ahrens sich aber eine nachhaltige Wirkung im Umgang mit Flüchtlingen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen