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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 17:16 Uhr

Bungsberg erregt weiter Gemüter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Hoch emotionales Wortgefecht in der Sitzung der Gemeindevertretung

von
erstellt am 13.Dez.2016 | 15:12 Uhr

Die Auseinandersetzungen um die öffentliche Nutzung des Bungsbergs sind noch lange nicht beigelegt: Hitzige Wortgefechte entwickelten sich Montagabend in der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung. Zunächst sprach Stefan Krainbring von Enteignung, auf die Entscheidungen der Politik hinausliefen. „Das ist Kommunismus und hat nichts mit Demokratie zu tun,“ wetterte der Landwirt. Robert Trede, der vor einem Jahr an gleicher Stelle seine Vermittlung angeboten hatte, bezeichnet seine Bemühungen als „das größte Desaster“ seines Lebens. Er prangerte an, dass trotz der Bemühungen von Peter Harry Cartensen um eine Vermittlung nichts vorangekommen sei. Das sei auch eine Respektlosigkeit gegenüber dem ehemaligen Ministerpräsidenten. Der Streit habe sich längst zu einer Posse weit über die Grenzen Ostholsteins hinaus entwickelt. Und er frage sich: Wer gönne hier wem das Schwarze nicht unter den Fingernägeln? An die Gemeindevertreter richtete er den Appell: „Wenn Sie überfordert sind, haben Sie den Mut und übergeben es an andere.“

Während Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) den scharfen Ton rügte, blieb er in der Sache gelassen. Die Pachtangelegenheit Bungsberg habe die Gemeinde an den Zweckverband Bungsberg abgetreten und sei somit für die Vertragsverhandlungen nicht zuständig. Das ließen die Anwesende nicht gelten: Schließlich gehöre die Gemeinde der Zweckverbandsversammlung an.

Peter Seehusen (SPD) reagierte auf die heftigen Vorwürfe mit der Bermerkung: „Hier werden viele Tatsachen falsch dargestellt.“ Er legte noch einmal den Werdegang dar und bekräftigte immer wieder, dass niemanden übervorteilt werden solle. Deshalb habe man bei der Ermittlung des Pachtzinses auch die Expertise des Bauernverbandes eingeholt. Seehusen: „Es wird ein gutes Entgelt für die Nutzung gezahlt.“

Bei der Frage, warum es dennoch bisher zu keinem Vertragsabschluss gekommen ist, offenbarten sich abermals Kommunikationsprobleme. Seehusen sagte, es gebe ein Angebot an die Eigentümerfamilie der Fläche, Das nannte im Gegenzug Alexandra Schnoor eine „glatte Lüge“: Ihr liege bisher kein Angebot vor. Aber es gebe die Forderung, dass die Familie auf im Grundbuch verbriefte Rechte verzichten solle.

Bürgermeister Plötner schilderte ein Telefonat mit Alexandra Schnoor nach der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes: In dem habe sie die Verhandlungen als abgebrochen bezeichnet.

In die hitzige Debatte brachte sich auch Krainbring immer wieder ein, als er empfahl, Gemeindevertreter „geteert und gefedert durchs Dorf“ zub treiben, brachte er auch Bärbel Seehusen (SPD) in Harnisch, die als stellvertretende Bürgermeisterin an den Schlichtungsversuchen teilgenommen hatte: Sie verwahrte sich ausdrücklich gegen derartige Äußerungen.

Gegenseitig warfen sich die Parteien vor, Vertraulichkeiten an die Presse zu geben. Erst als der Leitende Verwaltungsbeamte Burkhard Busch klarstellte, dass es zwar drei Punkte gebe, die bei der Zweckverbandsversammlung zur Ablehnung des Vertragsentwurfes geführt hätten, daraus bislang aber keine neues Angebot resultiere, konnte das Thema der Fragestunde beendet werden. Zur Behandlung der drei Punkte wolle mal laut Busch erneut Peter Harry Carstensen nach Schönwalde holen.



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