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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 17:06 Uhr

Bund soll sich an Kosten beteiligen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Für Kindertagsstätten muss mehr Geld zur Verfügung stehen / Mehr Männer sollten den Beruf des Erziehers ergreifen

von
erstellt am 22.Apr.2016 | 13:04 Uhr

Es sollte um „Frühkindliche Bildung und Integration“ gehen am Donnerstag bei der Diskussionsveranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion in Plön. Doch gesprochen wurde in erster Linie über Geld. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Birgit Malecha-Nissen hatte Sönke Rix (Familienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion), Lars Winter (Finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion), Nick Hansen (Leiter Freier Kindergarten Plön) und Volker Peters (Vorsitzender der Landeselternvertretung der Kitas in Schleswig-Holstein) in die Plöner Tourist Info geladen. Rund 35 Zuschauer waren gekommen, hauptsächlich Parteimitglieder und Mitarbeiter von Kindergärten.

Einig waren sich die Diskutanten, dass mehr Geld für Kindertagesstätten zur Verfügung stehen müsste. Nur dann sei es möglich, mehr und besser qualifiziertes Personal einzustellen. Zwar habe die SPD-Landesregierung die Mittel für Kitas von 60 Millionen im Jahr 2011 auf 200 Millionen im Jahr 2015 aufgestockt, berichtete Winter. Trotzdem werde mehr Geld gebraucht.

„Ich kann ja ganz locker über Finanzierungsmöglichkeiten reden, denn der Bund ist für die Kindergärten ja gar nicht zuständig“, sagte der Bundespolitiker Rix. Dennoch gebe es Möglichkeiten, wie der Bund trotzdem Gelder geben könnte. Entweder durch eine Föderalismusreform – oder durch einen Fonds, aus dem jedes Bundesland Gelder erhalte und die nur für Bildung und Kindergärten genutzt werden dürften. „Bevor ich die Verfassung ändere, halte ich das für die sinnvollere Lösung“, so Rix. Und Geld vom Bund sei wirklich nötig, so die Gäste.

„Finanziell gesehen sind Kinder der größte Schaden einer Kommune“, brachte es Moderator Lutz Schlünsen, Bürgermeister der Gemeinde Stoltenberg und Vorsitzender der Plöner SPD-Kreistagsfraktion, es überspitzt auf den Punkt. Sönke Rix freute sich unterdessen sehr darüber, beim Thema Kindertagesstätten mal nicht der einzige Mann in der Runde zu sein. Für ihn als gelernten Erzieher handele es sich um ein Leib-und-Magen-Thema.

Gleichzeitig plädierte er dafür, dass mehr Männer den beruf des Erziehers ergreifen. Dem stimmte Kita-Leiter Hansen zu und forderte außerdem auch mehr Angebote für Jungs.

Generell fordern die Sozialdemokraten eine Beitragsfreiheit für Kindergärten, zusätzlich zum qualitativen und quantitativen Ausbau der Kindergärten, so Rix. „Es gibt in Deutschland ein Ungleichgewicht: Der Besuch der Uni ist kostenfrei, der der Kita nicht“, sagte Birgit Malecha-Nissen. Dabei würden gerade in der Kita die Weichen für die Bildung gestellt.

Ein erster Schritt zur finanziellen Entlastung der Eltern sei der Zuschuss von 100 Euro für das erste Krippenjahr, den Eltern in Schleswig-Holstein ab Januar 2017 bekommen können. Weshalb den Eltern dieses Geld nicht automatisch ausgezahlt werde und sie es erst beantragen müssten, wollte der Elternvertreter Peters wissen. Das sei, ebenso wie eine Sammelmeldung der betroffenen Eltern durch die Kita, aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, begründete Lars Winter. Generell sei es Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen so zu setzten, dass Eltern ihr Familienleben so gestalten können, wie es zu ihnen passe, forderte Rix zum Abschluss.

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