Bund investiert 40 Millionen Euro

Für rund 22 Millionen Euro wird die Hafenkante der Marine-Kaserne (rot markiert) saniert  Fotos: steenbeck (3)/bundeswehr
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Für rund 22 Millionen Euro wird die Hafenkante der Marine-Kaserne (rot markiert) saniert Fotos: steenbeck (3)/bundeswehr

Frischzellenkur für Marine-Kaserne in Neustadt / Größter Posten: Sanierung der Hafenanlagen kostet rund 22 Millionen Euro

shz.de von
08. November 2018, 15:42 Uhr

Mehr als 20 Millionen Euro für den Standort Putlos, rund 30 Millionen Euro für die Kaserne in Eutin und jetzt 40 Millionen Euro für die Marine-Kaserne Neustadt: Die Bundeswehr investiert massiv in ihre Liegenschaften im Kreis Ostholstein. Von den gestern bekannt gegebenen Investitionen in Neustadt werden allein mehr als 22 Millionen für die Sanierung der Hafenanlage der Marine-Kaserne benötigt. „Die letzten 20 Jahre wurde nichts gemacht, das geht an keiner Kaserne spurlos vorbei“, sagte „Hausherr“ Kapitän zur See Eckardt Menzel (kl. Foto), Kommandeur des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr der Marine.

Und jetzt die lang ersehnte Trendwende. Am Standort Neustadt, der von unterschiedlichen Einrichtungen genutzt wird (siehe Infokasten), stehen allein 25 Baumaßnahmen auf der Agenda – von der einfachen Brandtreppe bis hin zum kompletten Neubau einer Sporthalle, erläuterte Fregattenkapitän Jan von Häfen vom Bundesamt für Infrastruktur der Bundeswehr. Größter und von außen sichtbarster Posten ist die Sanierung der Hafenanlagen. „Die sind in die Jahre gekommen“, sagte Henning Skuppin (kl. Foto), Sachbereichsleiter Marine-Häfen beim Landesbetrieb für Küstenschutz. Starke Korrosion an den Wänden des 450 Meter langen Kais und des 80 Meter langen Wellenbrechers an der Südspitze des Hafens zeigen, dass die Anlage – Baujahr 1936 – nicht mehr lange durchhalten wird. Zurzeit laufen Probebohrungen, die Aufschluss über die Statik der Hafenkante der Kaserne geben sollen.

Mit der Sanierung verbunden ist außerdem die Erneuerung einer Pontonbrücke, die als Anleger genutzt wird. Zudem haben Asphalt, Beton, Tankanlage und Kabelschächte „ihre Schuldigkeit getan“, so Skuppin.

Gebaut werden soll in zwei Abschnitten, um den laufenden Betrieb nicht zu beeinträchtigen. Denn der Hafen wird von schwimmenden Einheiten für die Ver- und Entsorgung sowie zur Vor- und Nachbereitung der Ausbildung genutzt. Bis 2020 wird deshalb zunächst am südlichen Abschnitt inklusive Hafenspitze gearbeitet; der nördliche Teil folgt bis 2022.

Mirko Spieckermann (kl. Foto), Neustadts Bürgermeister, begrüßte zwar die Sanierungspläne, äußerte jedoch auch Sorgen vor möglichen Baulärm. Insbesondere Anwohner der Straße „Am Heisterbusch“ auf der gegenüberliegenden Hafenseite sowie Nutzer der Ancora Marina könnten betroffen sein, so Spiekermann. Entwarnung konnten die Verantwortlichen gestern allerdings nicht geben; Baulärm ließe sich nicht vermeiden, so Skuppin. Denn für die Kaiseite wird eine neue Spundwand gerammt. Aber: Die Bauarbeiten würden entsprechend abgestimmt. Menzel indes betonte die Bedeutung der Bauarbeiten für die Stadt: So sei die Investition nicht nur ein Bekenntnis dessen, dass Neustadt ein „zukunftssicherer Bundeswehr-Standort“ ist, sondern der Wellenbrecher schütze den Hafen vor Versandung. Und wenn der Pier in neuem Glanz erstrahlt, sei es auch eine „optische Aufwertung Neustadts“.

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