Großfeuer in der Gemeinde Süsel : Bujendorf: Bauernhof abgebrannt

Trauriges Bild: Eine Truhe ist so ziemlich das einzige das aus dem brennenden Haus gerettet wurde.
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Trauriges Bild: Eine Truhe ist so ziemlich das einzige das aus dem brennenden Haus gerettet wurde.

Feuer vernichtet ein kombiniertes Wohn- und Wirtschaftsgebäude im Roger Weg. Ursache könnte eine defekte Strohpresse sein.

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23. Juli 2018, 16:11 Uhr

Die Feuerwehren, die gestern um 14.39 Uhr alarmiert wurden, brauchten keine Adressangabe: Eine dunkle Rauchsäule wies den Einsatzkräften über viele Kilometer hinweg den Weg. Was zuerst als „brennt Traktor direkt am Bauernhof“ gemeldet wurde, entwickelte sich binnen weniger Minuten zum Großfeuer, dem ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude im Roger Weg zum Opfer fiel. Ein Großaufgebot von über 200 Feuerwehrleuten hatte keine Chance, das Gebäude in der Siedlung zwischen Bujendorf und Roge zu retten, er verhinderte aber eine Ausbreitung der Flammen auf Nachbargebäude und angrenzende, extrem trockene Stoppelfelder. Dabei kam allen auch die Windstille zu Hilfe.

Der Schaden dürfte mehrere hunderttausend Euro betragen, Menschen kamen, soweit bis Redaktionsschluss bekannt, durch das Feuer nicht zu Schaden. Zwei Hofbewohner wurden allerdings obdachlos. Eine Feuerwehrfrau wurde wegen eines Hitzeschlags von Rettungskräften behandelt, es ging ihr relativ schnell wieder gut.

Eine offizielle Brandursache gibt es noch nicht, Augenzeugen schildern aber übereinstimmend, dass zuerst eine Strohpresse gebrannt hat, die an einen Trecker angehängt auf dem Hof des Betriebes stand. „Wir haben einen brennenden Trecker gesehen, und plötzlich stand das ganze Gebäude in Flammen“, schilderte dem OHA ein Landwirt, der in der Nähe bei Erntearbeiten war.

Wenn der Brand in der Strohpresse ausgebrochen ist, dann haben sich die Flammen in das nahe Strohlager ausgebreitet und sehr schnell auch in den angrenzenden Wohntrakt, in dem ein Ehepaar lebte.

Neben den vier Wehren des Löschbezirkes – Bujendorf, Gömnitz, Röbel und Zarnekau – wurden unmittelbar auch die anderen Wehren aus der Gemeinde sowie aus Neustadt und Eutin alarmiert, außerdem die Wehren aus den direkten Nachbargemeinden und drei Züge der Feuerwehrbereitschaft mit 13 Fahrzeugen, abends auch noch die Atemschutzträger des Amtes Ostholstein-Mitte. Außerdem waren Rettungsdienst, THW und Polizei vor Ort.

Der Brand war bei dem Einsatz, der anfangs vom stellvertretenden Gemeindewehrführer Nils Rave (Groß Meinsdorf) und anschließend von Gemeindewehrführer Rolf Müller (Röbel) geleitet wurde, nach gut einer Stunde unter Kontrolle, aber lange nicht gelöscht. Gegen 19 Uhr wurde begonnen, mit Hilfe von zwei Baggern und zwei Radladern das immer noch brennende Stroh aus dem Scheunenteil des Gebäudes zu holen und draußen abzulöschen. Die Arbeiten dauerten am späten Abend bei Redaktionsschluss an.

Das Gebäude ist ein Totalschaden, große Teile sind auf die Grundmauern niedergebrannt. Ein anderes Wohnhaus und eine weitere Scheune auf dem Hof blieben offensichtlich unbeschädigt.

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