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Ostholsteiner Anzeiger

18. November 2017 | 22:19 Uhr

Büros statt Familienzentrum?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadt meldet jetzt doch Eigenbedarf für die Nutzung der Albert-Mahlstedt-Schule / Kinderschutzbund wollte das umgebaute Gebäude mieten

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 00:08 Uhr

Die Stadt Eutin plant den Umbau der alten Albert-Mahlstedt-Schule in Büro-Räume für die eigene Verwaltung. Die dafür eingeplanten 220  000 Euro tauchten – für die Stadtvertreter überraschend – plötzlich im Nachtragshaushalt auf, der zur Abstimmung in der jüngsten Stadtvertretung stand. „Das haben wir so nie beschlossen und es überrascht mich sehr“, sagte der zuständige Hauptausschussvorsitzende Matthias Rachfahl (CDU) bei der Vorstellung des Nachtragshaushaltes am Mittwochabend. Der Posten wurde auf seine Empfehlung hin mit einem Sperrvermerk versehen. Auf Nachfrage heißt es von Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt: „Die Kosten sind für den Umbau des Gebäudes im Rahmen des Eigenbedarfs eingestellt worden.“

Matthias Thoms, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, zeigte sich gestern sichtlich überrascht: „Das muss ich erstmal sacken lassen.“ Thoms hat von der Stadt noch keine Antwort auf seine vor Monaten gestellte Anfrage erhalten. Wunsch des Kinderschutzbundes (KSB) war es, das Familienzentrum aus der Charlottenstraße gemeinsam mit der Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes mitten in die Stadt zu holen, um für junge Familien gut erreichbar zu sein. „Ich hoffe nicht, dass da politisch schon das letzte Wort gesprochen ist und wir noch einmal gemeinsam in Gespräche einsteigen können“, sagte Thoms auf Nachfrage. „Immerhin geht es um die jüngsten Bewohner Eutins sowie Familien dieser Stadt, denen wir gut erreichbare Angebote bieten und die wir unterstützen wollen“, sagte Thoms. Die einst für die Zwischennutzung des Kieckbusch-Kindergartens umgebaute Schule mit Kindertoiletten und Lehrküche seien gute Voraussetzung für ein Familienzentrum. Auch in der Verwaltungsvorlage vom Mai 2015 steht, dass die Vermietung an den DKSB möglich und auch „im Sinne der Stadt“ wäre.

Doch in diesem Frühjahr, als der KSB die Nutzung der Albert-Mahlstedt-Schule bei der Stadt erneut anfragte, hieß es aus dem Rathaus, dass auch großer Eigenbedarf für die immer größer werdende Verwaltung bestehe. Die Geschäftsstelle des KSB sucht neue Räume, da sie aus der oberen Etage der Kita „Kinderinsel“ auszieht, um das Platzangebot der Kita an der Lübschen Koppel zu erhöhen. Die Stadt braucht das Plus an Kita-Plätzen, sagte Klemens Nitsche vom zuständigen Fachdienst im Ausschuss. Der beschlossene Umbau des Obergeschosses für rund 60  000 Euro soll zu Jahresbeginn starten, damit die Plätze ab dem Kita-Jahr 2018/19 zur Verfügung stehen. Doch dafür muss die Geschäftsstelle ausgezogen sein. Die Albert-Mahlstedt-Schule scheint von der evangelischen Kita bald nicht mehr gebraucht zu werden. Beim Neubau am Dr.-Wittern-Gang wird bereits das Außengelände gestaltet, ein Umzug ist für die Herbstferien geplant. Über die Nachnutzung wird wohl noch diskutiert werden.

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