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Bürgerstiftung macht dem von Finanzsorgen geplagten Notruf Mut

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 01.Nov.2013 | 00:31 Uhr

Einen regelmäßigen Förderbeitrag in Höhe von 2000 Euro sagt die Bürger-Stiftung Ostholstein dem Frauen-Notruf Ostholstein für die kommenden Jahre zu. Diese Unterstützung kommt wie gerufen, denn den Verein plagen Existenzsorgen: Durch die Absicht der Stadt Neustadt, ihre Förderung ab 2014 zu halbieren, droht dem Frauen-Notruf nicht nur dort das Aus, auch der Standort Eutin ist gefährdet.

Befürchtet wird nämlich, dass Neustadts angestrebtes Beispiel beim Land und der Stadt Eutin Schule machen könnten. „Es ist fantastisch, dass wir von der Bürger-Stiftung unterstützt werden“, freute sich Gabriele Pfingsten, Vorstandsmitglied des 1989 gegründeten Vereins „Notruf Ostholstein – Informationen und Beratung für Frauen und Mädchen“. Alljährlich sei es ein Kampf um die Fördermittel.

„Unser Geld wollen wir sinnvoll anlegen“, betonte Jens Teichert, Vorsitzender der Bürger-Stiftung. Er bezeichnete das Wirken des Frauen-Notrufs als „unverzichtbare Arbeit“. Die Bürger-Stiftung könne aber rückläufige Fördermittel nicht ausgleichen. Sie könne sich jedoch beteiligen und zugleich der Gesellschaft als Vorbild dienen.

Rund 190 000 Euro beträgt das Jahresbudget des Frauen-Notrufs, der in den Fachberatungsstellen Neustadt und Eutin insgesamt fünf Psychologinnen und Pädagoginnen als Mitarbeiter sowie vier ehrenamtliche Helfer einsetzt. Im Vorjahr wurden von Frauen und Mädchen ab 14 Jahren sowie deren Angehörigen und Vertrauenspersonen kreisweit 522 Mal die Beratungsangebote in Anspruch genommen.

„Die Tendenz ist steigend“, sagte die Diplom-Psychologin Maeve Reichel. Die Hauptthemen seien Stalking und häusliche Gewalt. Alle Beratungen sind kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.

Eine Kürzung von rund 14 300 Euro auf die Hälfte, wie es in Neustadt im Finanzausschuss zur Debatte stehe, würde das notwendige Angebot zunichte machen. Zwischenzeitlich hat der Verein bei 25 Umlandgemeinden Anträge auf finanzielle Beteiligung gestellt. Lediglich eine Gemeinde sagte bisher zu.

„Der Frauen-Notruf ist dringend auf Spenden angewiesen“, sagte Vorstandsmitglied Christina Zander. Gewalt gegen Frauen sei immer noch ein Tabu-Thema, mit dem niemand etwas zu tun haben wolle. Das spiegele sich nicht nur in der Spendenbereitschaft, sondern auch in der Mitgliederzahl von 35 wider. „Wir würden gern Selbstverteidigung für Frauen anbieten“, wünschte sich Christina Zander und hofft auf kostenlose Frauenpower einer Trainerin. Auch die Anschaffung technischer Ausrüstung ist zurzeit nicht realisierbar.





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