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Neujahrsempfang in Malente : Bürgersinn soll die Geldnot lindern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malentes Bürgermeister Michael Koch beschwört beim Neujahrsempfang den Nutzen persönlichen Engagements für Malentes Zukunft.

von
erstellt am 13.Jan.2014 | 07:30 Uhr

Die kommunalen Finanzsorgen reißen nicht ab und werden auch für Malente immer bedrängender. Das betonte Bürgermeister Michael Koch beim Neujahrsempfang im Haus des Kurgastes. Zugleich appellierte er an die Bürger, bei der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft in ihren Heimatorten aktiv mitzuwirken.

„Intakte Straßen, sanierte Sportanlagen, eine moderne touristische Infrastruktur und modernisierte Schulen“ seien wichtige Bausteine für Lebensqualität und Wohlstand in der Gemeinde. Dafür müsse aber ausreichend Geld vorhanden sein, jedoch: „Unser Finanzsäckel ist aber leer. Und die finanziellen Probleme der Gemeinde werden sich 2014 noch verschärfen“, sagte Koch.

Die Pro-Kopf-Verschuldung der Bürger in der Gemeinde liege jetzt bei 1118 Euro. Würden die Schulden von Kreis, Land und Bund addiert, so stünde jeder Bürger der Gemeinde Malente mit 25 038 Euro in der Kreide.

Ob die von der großen Koalition geplanten Entlastungen der Kommunen diese auch erreichen oder ob sie bei den ebenfalls ausgezehrten Landes- und Kreishaushalten verbleiben, wollte der Verwaltungschef noch nicht beurteilen. Da nicht zu erwarten sei, dass Bund und Land die Gemeinden unter einen finanziellen Rettungsschirm nehmen werden, sei es Aufgabe der Kommunen, sich selbst aus der Finanzmisere herauszuarbeiten.

Bei den Haushaltsberatungen für das Jahr 2014 drohe der Gemeinde ein Rekord-Minus von rund drei Millionen Euro, dessen Deckung über Kredite finanziert werden müsse. Um dem entgegenzuwirken, müssten alle Ausgaben, insbesondere die freiwilligen Leistungen wie Vereinsmitgliedschaften und Zuschüsse für Veranstaltungen, auf ihren langfristigen Nutzen überprüft werden. Investitionen zu den Themen Betreuung, Bildung und Infrastruktur sollten aber nach Möglichkeit erhalten werden, mahnte Koch.

Die Finanzprobleme sollten die Bürger jedoch nicht entmutigen, sondern sie anspornen, positiv in die Zukunft schauen, so der Bürgermeister. Die große Aufgabe sei es, Malente als attraktiven Tourismus,- Gewerbe,- Gesundheits- und Wohnstandort voranzubringen. Was Malente brauche, sei eine Vision, die ein Zukunftsbild mit konkreten strategischen Handlungsansätzen darstelle. In Anlehnung an die Integrierten Stadtentwicklungskonzepte schlug Koch eine „Entwicklungsstrategie Malente 2030“ vor.

Gemeinsam mit den Bürgern sollen Fragen wie der demografische Wandel, Organisationsstrukturen der Kommunen und finanzierbare Infrastruktur erarbeitet werden. „Die Bürgerstadt der Zukunft lebt von der gemeinsamen Suche nach den besten Lösungen und vom aktiven Engagement der Bevölkerung für ihren Ort“, zitierte Koch aus der Zeitschrift „Stadt und Gemeinde“. Mit Blick auf etwas, was 2014 nicht gebraucht werde, wünschte sich Koch, dass er auf „die eine oder andere kommunalpolitische Turbulenz verzichten“ könne und erntete dafür Applaus.

Neben Kostproben der gastronomischen Betriebe Wyndham Garden, Landgasthof Kasch und Hof-Café Radlandsichten sorgte das „Trio Analog“ mit Sabine und Rainer Nitsch sowie Barbara Niebuhr für den musikalischen Rahmen.


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