Bürgermeister und Personalrat gemeinsam gegen Ratsversammlung

Jens Paustian.
Jens Paustian.

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26. Juni 2015, 10:51 Uhr

Die Schlagzeilen über die Zustände in der Stadtverwaltung haben Bürgermeister Jens Paustian und den Personalrat der Stadt Plön offenbar enger zusammenrücken lassen. Gemeinsam verwahren sie sich gegen die erhobenen Vorwürfe aus den in dieser Sache nach wie vor geschlossenen Reihen der Ratsversammlung. Paustian erkennt eine gegen ihn gerichtete Kampagne.

Offizielle Zahlen werden zwar immer noch nicht genannt, aber die schlimmsten Befürchtungen bei ausgefallenen Steuergeldern um knapp eine halbe Million Euro bei der Straßenreinigung sollen sich nicht bestätigen. „In Kürze wird das endgültige Ergebnis der Nachkalkulation vorliegen“, sagte Bürgermeister Jens Paustian. Es sei aber erkennbar, dass die Gebühr, die seit 2007 konstant 3,22 Euro jährlich pro laufenden Kehrmeter beträgt, bis 2017 nicht angehoben werden muss.

Die ihm öffentlich vorgeworfene mangelhafte Amtsführung und Führungsschwäche treffe auch seine Mitarbeiter im Rathaus, klagte Paustian. Es sei für ihn unerträglich, dass seine Mitarbeiter diesen ständig wiederkehrenden öffentlichen Angriffen ausgesetzt seien. Es wirke sich demotivierend auf sie aus, stellt sich Paustian vor seine Mitarbeiter und betonte, dass sie sein vollstes Vertrauen hätten.

„Der Personalrat der Stadt Plön schließt sich den Ausführungen des Bürgermeisters vollumfänglich an“, heißt es gestern in einer Pressemitteilung weiter. Vorsitzender Bruno Brillert stärkt den betroffenen Kollegen den Rücken: „Wir hoffen, dass die öffentlichen Anschuldigungen nun endlich der Vergangenheit angehören.“ Die Verwaltung leiste qualifizierte Arbeit.

Der Personalrat stellt sich aber auch vor Bürgermeister Jens Paustian. Besonders Zitate der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses wie „irgendeiner muss doch mal den Leuchtturm spielen“, Jens Paustian müsse „das Steuer herum reißen, sonst würde es in Plön nur noch schlimmer werden“, es müsse „ein Ruck durch die Verwaltung gehen“, und „einer muss die Fackel tragen“ schössen weit über ihr Ziel hinaus und sorgten für Unmut und Demotivation. Es werde der Anschein erweckt, als wisse in der Verwaltung keiner, was er zu tun habe und als würde im Rathaus nicht gearbeitet, da es an Anweisungen fehle.

Bürgermeister und Personalrat erinnern an die selbst gesteckten Ziele der Ratsversammlung: „Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Menschlichkeit und ein gerechter Umgang miteinander sind Maßstäbe gemeinsamen Handelns.“ Wenn diese Maßstäbe wieder in den Vordergrund rückten, könnte es zu einer respektvollen und konstruktiven Zusammenarbeit kommen.

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