Bürgerinitiative zweifelt am Gutachten der Stadt

Fast ausradiert: Wie der Schriftzug für das Haus des Gastes hat auch das Gebäude selbst schon bessere Tage gesehen.
Fast ausradiert: Wie der Schriftzug für das Haus des Gastes hat auch das Gebäude selbst schon bessere Tage gesehen.

Sollen Kosten abschrecken? Haus des Gastes soll laut BI saniert, nicht aber modernisiert werden

shz.de von
24. September 2016, 00:09 Uhr

Die Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt und zur Sanierung des Haus des Gastes erlebt die Stadt als gespalten: „Die politische Mehrheit und die Verwaltung wollen den Abriss, viele Bürger nicht“, sagt Sigrid Jürß, eine der drei Vertretungsberechtigten der BI. Die 2,84 Millionen Euro, die das Modernisierungsgutachten für Instandsetzung und Sanierung des fast 50 Jahre alten Gebäudes an der Stadtbucht kalkuliert, ließ die Mitglieder der BI nach eigenen Angaben „herzhaft lachen“.

Sie werfen der Stadt neben dem Zeitverzug vor, einen falschen Auftrag erteilt zu haben. Jürß: „Eine Modernisierung haben wir mit unserem Antrag zum zweiten Begehren zu keinem Zeitpunkt gefordert. Das Gutachten geht weit über unsere Ziele hinaus.“ Die BI habe sich bei der Formulierung ihres Antrags vor mehr als zehn Wochen am klammen Geldbeutel der Stadt orientiert. „Wir wollen kein Luxusmodell. Wir wollen die Wiedernutzbarkeit des vorhandenen Objekts für die Stadt und Touristen“, macht Jürß deutlich. Die soll nach Vision der BI in einer Cafeteria, einem Aufenthaltsraum für Touristen mit Informationen der Stadt und Leseecke bestehen. Auch für kulturelle Veranstaltungen, Vereine und Verbände seien die Räume ideal. Ihr Kostenüberschlag für eine Instandsetzung liege bei etwas mehr als 500  000 Euro. Jürß: „Uns drängt sich der Verdacht auf, als verfolgten die Auftraggeber eine gewisse Richtung mit dem Gutachten, um die Menschen abzuschrecken.“ So sei ein barrierefreier Umbau im Gutachten komplizierter und kostspieliger vorgesehen, als im Bestand möglich. Ihr Vorwurf: „Die Stadt hat ihr eigenes Gebäude verkommen lassen. Aber wenn es für die Stadt dienen konnte, wie mit der Wohnung für den Bauleiter zur LGS, dann wurde ein bisschen Geld in die Hand genommen.“ Seite 3

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