Bürgerinitiative reicht Frage ein

Verwaltung muss Kosten für Neubau beider Schulen schätzen

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03. September 2018, 10:08 Uhr

Der Neubau der Grundschule samt Sporthalle am Kleinen See ist schon beschlossen worden – warum nicht auch für die Gemeinschaftsschule optimale Bedingungen schaffen? Das fragen die Mitglieder Ivo Stock, Thorben Junge und Ursula Jacobsen-Priefer von der Bürgerinitiative (BI) „Vernunft macht Schule“. Ihr Ziel wird in der Fragestellung für das angestrebte Bürgerbegehren deutlich: „Soll die Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule (Standort Eutin) und die Grundschule am Kleinen See einen Neubau am Standort Kleiner Eutiner See erhalten und soll an diesem Standort eine Dreifeld-Sporthalle gebaut werden, die beide Schulen für den Schulsport nutzen können?“

Wichtig ist den Mitgliedern der BI vor allem eines: „Wir wollen die Sporthalle am Güterbahnhof nicht verhindern. Wir wollen optimale Bedingungen für die Kinder und glauben daran, dass Grundschule, Wilhelm-Wisser-Schule (WWS) und Sporthalle zusammen auf das 23 000 Quadratmeter große Schulgelände passen.“ Die BI habe mit den beschlossenen Raumkonzepten für beide Schulen – Grundschule am See und WWS – gerechnet und gemerkt, dass die Schüler im angestrebten Neubau mehr Quadratmeter pro Kopf hätten als aktuell am Standort Berg in der Elisabethstraße, erklärt Ivo Stock. Thorben Junge ergänzt: „Die Anforderungen an die Gemeinschaftsschule werden immer größer, in den alten Konzepten, auf die sich in der Diskussion von den meisten Parteien berufen wird, spielten Barrierefreiheit und Inklusion und Integration noch gar nicht die Rolle, die die Themen im Schulalltag heute einnehmen.“ Drei seiner vier Kinder sind selbst an der WWS.

Der Wunsch der BI an die Fraktionen: Noch einmal grundlegend hinschauen, bevor etwas für Jahrzehnte entschieden wird. Ivo Stock: „In einem Neubau könnten die Kinder nach modernsten Standards unterrichtet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Barrierefreiheit, Inklusion und moderne Anforderungen einfach im Bestandsgebäude zu realisieren sind“, so Stock.

Die Verwaltung sei jetzt am Zug, eine Kostenschätzung zu erstellen und wolle dafür ein Planungsbüro beauftragen, entnahm die BI einem Gespräch mit Bürgermeister Carsten Behnk. „Wir würden uns freuen, wenn nicht unnötig Zeit ins Land geht und die Verwaltung den gleichen Kostenrahmen annimmt, den sie für die Fördermittelanträge gemeldet hat“, sagte Junge. Danach seien acht Millionen für den Neubau der Grundschule samt kleiner Halle und 20 Millionen insgesamt für Sanierung und Erweiterung an der WWS kalkuliert.

Die BI, die in der Stadt bislang großen Zuspruch erfahre, möchte unterdes in den Schulkonferenzen ihr Vorhaben schildern und ein aktuelles Stimmungsbild an der Grundschule sowie der WWS erhalten, um damit in die Ausschüsse zu gehen. Bislang, das hätten Gespräche mit den Fraktionen gezeigt, habe es Missverständnisse gegeben, zwischen der Interpretation der Schulkonferenz und dem was Schule und Eltern wollen. Sorgen, dass sie die notwendigen 1500 Unterschriften (inklusive Puffer) für ein Begehren zusammenbekommt, hat die BI nicht.

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