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Eutin : Bürgergemeinschaft behält Sorgenkinder

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vom Ehrenmal auf dem Markt bis Haus des Gastes: Der Verein hat genug zu tun.

Haus des Gastes, Ehrenmal auf dem Markt, Webers Geburtshaus und die sanierungsbedürfte Windmühle: An Sorgenkindern ist für die Bürgergemeinschaft Eutin (BGE) kein Mangel, wie die Mitgliederversammlung am Sonnabend in der Landesbibliothek zeigte. Vor fast 40 Anwesenden formulierte der vierköpfige Vorstand den Anspruch, dass er bei allen diesen Punkten nicht locker lassen wolle – und in Hinsicht auf die Arbeitsbelastung auf „mehr Luft“ hofft, wenn erst mal die Landesgartenschau vorbei ist.

Beim Haus des Gastes will der 151 Mitglieder zählende Verein die Rettung mit Hilfe des Denkmalschutzes unterstützen. Die Schutzwürdigkeit unterstreicht ein Gutachten der Kunsthistorikerin Dr. Karen David (kleines Foto): Die in Eutin wohnende Expertin stellte ihre Arbeit, die in Kürze in Form einer Broschüre veröffentlicht werden soll, in einem Referat vor.

Sie bescheinigte dem Eutiner Architekten Udo Stücker hochwertige Lösungen bei dem 1969 vollendeten Bau des Hauses. Gemeinsam mit Badeanstalt, Seglerheim und Badeanstalt bilde es eine Reihe von Gebäuden mit Bezug zum Seepark, die herausragende Beispiele der Architektur des 20. Jahrhunderts und alle erhaltenswert seien. Dr. David betonte, dass der jüngst entfernte Springbrunnen Teil des Gebäudeensembles gewesen sei.

Der BGE-Vorstand hegt die Hoffnung, dass sich die Denkmalpflege doch noch zu einem Schutzstatus für das Haus durchringt. Gegen eine Beseitigung der Anbauten, die dem Landeskonservator als Ablehnungsgrund dienten, habe niemand etwas, betonte Regine Jepp, und da pflichtete ihr Eckhard Ahrens von der Bürgerinitiative bei: „Das haben wir von Anfang an gesagt, dass wir für einen Abriss der Anbauten sind.“ Ahrens beklagte erneut, dass die Initiative von der Stadtvertretung immer noch keine Zusage habe, dass sie das Haus nicht umgehend abreißen lasse, wenn die Bindungsfrist des Bürgerentscheides im Frühjahr 2017 auslaufe (wir berichteten).

Regine Jepp berichtete, dass in der Stadtvertretung immer noch eine Entscheidung für eine Versetzung des Ehrenmales auf dem Markt möglich sei. Alle Gegner einer Versetzung sollten ihre Haltung in Gesprächen mit Stadtvertretern deutlich machen, appellierte sie.

Wenn wieder etwas mehr Luft sei, werde sich der Verein Gedanken über eine mögliche Zukunft des Weber-Hauses machen, kündigte Vorstandsmitglied Karl August Albers an. Und Regine Jepp sprach von der Notwendigkeit, den Besitzer der Windmühle „Moder Grau“ von einem dringenden Handlungsbedarf zu überzeugen. Der sehe sich eher in der Rolle des Gastwirtes denn als Eigentümer eines stadtbildprägenden Baudenkmals.

Zum vergangenen Jahr berichtete Regine Jepp, dass mit dem Kalender „Eutin in alten Ansichten“ 2016 3800 Euro eingenommen worden seien. Die Restaurierung der Gedenktafel am Weber-Haus habe der Verein mit 1500 Euro unterstützt, die Bürgerinitiative für das Haus des Gastes habe 500 Euro bekommen.

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erstellt am 17.Apr.2016 | 19:57 Uhr

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