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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 15:41 Uhr

Bürgerentscheid soll Stadtsanierung stoppen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Existenzängste: Drei Eutiner Kaufleute wollen angedrohtes Begehren auf den Weg bringen

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2016 | 00:18 Uhr

Die Eutiner Wirtschaftsvereinigung unternimmt einen zweiten Versuch, in die laufende Stadtsanierung einzugreifen. Beim Treffen der Mitglieder gestern wurde deutlich, dass es zwei Lager gibt: Während Hans-Wilhelm Hagen, neuer Vorsitzender der Kaufleute, ein Aussetzen der Baumaßnahmen anstrebt, fragte Marcus Gutzeit nach Mitstreitern für ein Bürgerbegehren zum Stopp der Stadtsanierung.

Hagen will nach Kiel fahren und mit denen sprechen, die Eutins Stadtsanierung fördern – allen voran Ministerpräsident Torsten Albig. Sein Ziel: Ein Aussetzen der Maßnahmen ohne drohende Rückzahlung der Fördermittel. „Ich möchte eine Brücke bauen, wir wollen das mit der Stadt gemeinsam machen“, erklärte er.

Doch seit drei Jahren – mit Beschluss des integrierten Stadt-
entwicklungskonzeptes und dem Küren des Wettbewerbsiegers – stehen für Politik und Verwaltung alle Zeichen auf Stadtsanierung „für eine lebenswerte Innenstadt“, verdeutlichte Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt vor den Kaufleuten. Diese hingegen fühlten sich teils nicht ausreichend informiert. Um das zu ändern, sitzen Hans-Wilhelm Hagen und Thomas Menke vom WVE-Vorstand bei der Planung der Maßnahmen in der Peterstraße als Baustellenmanager mit am Tisch (wir berichteten). „Das ist auch gut“, sagt Hagen, „aber besser wäre ein Aussetzen.“ Seine Begründung: „Als die Sanierung vor drei Jahren beschlossen wurde, hat man die Dimensionen der Maßnahmen und die Umsatzeinbußen durch den Internethandel noch nicht absehen können.“ Gäbe es eine Unterbrechung, könnten sich Kaufleute Beratung suchen, um die Kernfrage zu klären, wie man sich in Zeiten des Internets aufstellen könne, so Hagen.

Marcus Gutzeit erfragte die Bereitschaft für ein Bürgerbegehren, um die geplanten Sanierungsmaßnahmen der Stadt in den Bereichen Peterstraße, Marktplatz und Königstraße zu stoppen: „Von 35 Anwesenden meldeten sich 33.“ Zusammen mit Thorben Junge und Apotheker Peter Scholz ging er im Anschluss zur Kommunalaufsicht, „um einen Bürgerentscheid auf den Weg zu bringen“. Die drei Initiatoren stehen noch am Anfang, sind sich aber einig: „Es gab viele Gespräche mit der Politik, aber kein erkennbares Entgegenkommen. Wir sind die letzten, die so etwas durchboxen, wenn es die entsprechenden Signale gibt.“

Hagen bezeichnete das Bestreben als „Initiative von Geschäftsleuten, die wir als WVE registrieren, aber nicht betreiben werden“. Der Vorsitzende verstehe die Ängste, wolle den Dialog mit der Stadt aber nicht gefährden.

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