Bürgerbegehren angestrebt

So sieht der aktuelle Vorschlag der FWE für zwei Schulen am Standort Kleiner See inklusive großer Sporthalle aus. Links daneben ist der Kindergarten zu sehen.
So sieht der aktuelle Vorschlag der FWE für zwei Schulen am Standort Kleiner See inklusive großer Sporthalle aus. Links daneben ist der Kindergarten zu sehen.

Drei Eutiner setzen sich für den Neubau der Grund- und Gemeinschaftsschule samt Halle am Kleinen See ein

shz.de von
11. Juli 2018, 00:25 Uhr

Ob es am parallel stattfindenden Schützenfest lag oder den Einladenden, ist ungewiss. Zur ersten Infoveranstaltung in den Schlossterrassen der Freien Wähler (FWE) kamen – die Parteimitglieder ausgenommen – etwa 50 Interessierte. Die FWE hatte gerade beim Thema Schule mit mehr Menschen gerechnet, hatte sich doch die Schulkonferenz der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule bereits zum zweiten Mal gegen den Bau der Sporthalle am Güterbahnhof ausgesprochen.

An den bisherigen Entscheidung der Politik habe das Votum der Schulkonferenz nichts merklich geändert, sagte Thorben Junge, selbst Vater schulpflichtiger Kinder. „Ich kenne keinen guten Argumente für die aktuelle Beschlusslage. Die Politik kommt an dieser Stelle nicht weiter. CDU, Grüne und FDP kneifen die Augen zu, und wenn keiner etwas macht, wird die Halle gebaut und es wird keinen Neubau für alle Schüler geben“, sagte Junge. Deshalb sei er froh, dass er zwei Mitstreiter gefunden habe, mit denen er ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen will, dass beide Schulen am Kleinen See samt Halle im Neubau zum Ziel habe, „weil ich das Vertrauen in Politik und Verwaltung, dass sie das Beste zum Wohl unserer Kinder schaffen, verloren habe“. Junge erntete dafür Applaus. Nach der Sitzung, so Junge, haben sich gut 30 in den Info-Verteiler eingetragen und gefragt, wann es mit der Unterschriftensammlung losgehen könne. „Die Resonanz war positiv, das freut uns“, sagte Junge auf Nachfrage, der das Begehren gemeinsam mit Ivo Stock (FWE) und Ursula Jacobsen-Priefer auf die Beine stellen will. „Man kann doch fast 40 Millionen nicht einfach verplempern, wenn es Ideen gibt, die sagen, dass es besser geht. Das darf man nicht ignorieren“, betonte Junge. Zweifel, dass er die notwendige Zahl an Unterschriften für das Begehren zusammen bekomme, habe Junge nicht. „Einige Grundschuleltern mögen vielleicht noch der Meinung sein, dass nur die Grundschule dort eine bessere Wahl wäre. Aber in spätestens vier Jahren gehen ihre Kinder vielleicht an die Wisser-Schule und haben die gleichen, guten Voraussetzung zum Lernen verdient, wie die Schulanfänger“, machte Junge deutlich. Die FWE hatte Kontakt zu mehreren Schulen im Land, die ein ähnliches Konzept anbieten, „die Resonanz war positiv, weil es Patenschaften und ein gutes Miteinander gibt“.

Zuvor hatten Ivo Stock und Olaf Bentke, beide für die FWE im Schulausschuss der Stadt Eutin, ihre Idee von zwei neuen Schulen (Grund- und Gemeinschaftsschule) am Kleinen See samt neuer Sporthalle vorgestellt. Der Neubau der Schulgebäude soll demnach auf dem hinteren Bereich, derzeit Sportplatz, erfolgen, um nach Umzug der Schüler, die alten Bestandsgebäude abzureißen und an ihrer Stelle Parkflächen und Sportplatz neu zu schaffen. Ideengeber und Fraktionsvorsitzender Malte Tech scheiterte mit der Idee, aber anderen Entwürfen, bereits 2013 (wir berichteten). Stock und Bentke erklärten, dass die neue Idee der beiden Schulen an einem Ort nicht nur modernste Unterrichtsmöglichkeiten für Eutiner Schüler böten, sondern auch das Wege-Problem zur derzeit geplanten Halle am Güterbahnhof lösen würden, da alles auf das Grundstück am Kleinen See passe. „Es wäre kein Arbeiten im Bestand während des Schulbetriebes“, so Bentke. Außerdem seien die Kosten deutlich geringer, als die Summe aller Maßnahmen, die derzeit beschlossen seien (35–40 Millionen Euro). „Ich gehe davon aus, dass sich mit unserer Idee eine zweistellige Millionensumme am Ende sparen lässt, denn man hat den Erlös des Grundstückes an der Elisabethstraße, den man gegenrechnen kann und könnte am Güterbahnhof noch Parkflächen für die Innenstadt schaffen“, sagte Bentke. Einziges Problem aus Sicht der FWE: die Zuwegung. Zur Kritik der Grünen, die sich gegen eine „Massenschule“ aussprachen, verwies die FWE auf zahlreiche positive Rückmeldungen aus anderen Schulen. „Die Grundschule hat ihr Gebäude und eigenen Schulhof und die Wisser-Schule hat ihren Bereich, beide könnten sich die Verwaltung teilen“, sagte Stock.

Aus dem Publikum wurden neben Lob fürs Konzept auch Fragen laut, wie die Anwohner so ein großes, dreieinhalb-stöckiges Gebäude finden würden, dass es Pfahlgründungen geben müsste, weil auch die alte Schule schon auf solchen stehe und das dies dann teuer werde. „Keine Angst vor Pfahlgründungen“, sagte Tech, „ich bezweifele, dass das notwendig ist.“ Außerdem sei ein Grundschulneubau an der Stelle bereits beschlossen, der auch gegründet werden müsse. Ivo Stock will prüfen, inwieweit sich seine Ausschussarbeit mit dem Engagement im Bürgerbegehren vereinen lässt.

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