Bruterfolg auf der Möweninsel

Vögel nehmen Eiland im Sibbersdorfer See gut an

shz.de von
05. Juni 2018, 17:01 Uhr

Die Vogelschutzgruppe Eutin-Bad Malente (VSG) betreut seit 1994 die Möweninsel im Sibbersdorfer See und hat vor kurzem turnusgemäß nach dem Brutgeschehen auf dem Eiland geschaut. Aus der ehemals starken Lachmöwenkolonie, zu der der Schutzstatus der Insel eigentlich wieder führen sollte, ist im Verlaufe der Jahre eine um 50 Paare zählende Brutpopulation der Sturmmöwe geworden. „Der Grund kann nur in einem allgemein zunehmenden Trend der großräumigen, örtlichen Verlagerung gesehen werden“, sagte Holger Jürgensen, Vorsitzender der VSG. Die einen halben Hektar messende Insel zeigte bereits zur Zeit der jährlichen Pflegemaßnahme im Frühjahr erhebliche Uferabbrüche, die auf winterliche Hochwasser- und Eisgang-Einflüsse zurückzuführen sind. Dessen ungeachtet konnte die Vogelwelt in diesem Jahr witterungsbedingt erst nach dem 24. März die Insel „beziehen“, so Jürgensen. Die gegenüber der Graugans verdrängungsstarke Kanadagans sei mit fünf, die graue Gans nur mit zwei Paaren erfolgreiche Brutpaare, die mit ihren Gösseln nach deren Schlupf umgehend das Eiland in sichere Quartiere verlassen haben. Ein Paar Nilgänse nutzte zur Brut eine der von der VSG erstellten Brutkästen; eine einzelne Weißwangengans fand keinen Partner. Da eine konzentrierte Nachsuche nach Entengelegen aus verständlichen Gründen unterblieb, kann nur das Beobachten balzender Erpel eine vorsichtige Schätzung über die Verteilung von jeweils drei brütenden Stock-, Tafel- und Reiherenten abgegeben werden, so Jürgensen.

Vereinzelt erscheine die Silber- und sogar eine Mantelmöwe als nicht geschlechtsreife Vögel. Erfolgreiche Bruten der eleganten Flussseeschwalbe seien jährlich schwankend und vom Grad der Eutrophierung abhängig.

Für die Ornithologen haben die Limikolen der Insel, die langbeinigen Watvögel, einen besonderen binnenländischen Stellenwert. Es brüteten zwei oder sogar drei Kiebitz-Paare auf der Möweninsel, ein Austernfischerpaar sowie der Flussregenpfeifer. Als „Neubürger“ hatten sich bereits im Vorjahr Uferschwalben etabliert, über deren erfolgreicher Umfang erst nach weiteren Beobachtungen berichtet werden könne, so Jürgensen.
Die Möweninsel im Sibbersdorfer See dient zudem einer größeren Anzahl von nicht geschlechtsreifen und brutunwilligen Kormoranen als Anlauf zur Gefiederpflege und -trocknung.

Die Vogelschutzgruppe ist entsprechend der Kreisverordnung über den geschützten Landschaftsbestandteil „Möweninsel im Sibbersdorfer See“ angehalten, jährlich einen öffentlichen Bericht über das Brutgeschehen abzugeben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen