Brunnen soll zurückkehren

Eine Bauskizze von 1920 zeigt die Ursprungsbestimmung des Brunnens (links), der am Berliner Platz nicht bleiben soll.
Eine Bauskizze von 1920 zeigt die Ursprungsbestimmung des Brunnens (links), der am Berliner Platz nicht bleiben soll.

Die Bürgergemeinschaft Eutin spricht sich für einen neuen, alten Standort am Ehrenmal am Kreisel aus

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13. August 2014, 10:48 Uhr

Gut findet die Bürgergemeinschaft Eutin die Entscheidung, einen Zierbrunnen vom Berliner Platz zu entfernen, wie es kürzlich in der Stadtvertretung entschieden worden ist. An dieser Stelle sei das Stück äußerst unpassend. „Allerdings erschließen sich uns die Gründe, eine Entscheidung über die weitere Verwendung des Brunnens zu vertagen, nicht“, stellt Sprecherin Regine Jepp fest. Ursprünglich war der Brunnen – wie mehrfach berichtet – ein Teil des Ehrenmals in der Oldenburger Landstraße. Dort steht mittlerweile ein Sandstein-Sarkophag. Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn der Brunnen axial im Bereich des Ehrenmals wieder einen Standort finden könne, empfiehlt Jepp für die weitere Entscheidungsfindung der Stadtvertreter.

Die Geschichte des Eutiner Ehrenmals beginne übrigens vor 100 Jahren. Schon am 10. August 1914, also gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges, habe der Eutiner Pastor Max Harms an Kirchenrat Rahtgens folgende vertrauliche Notiz geschickt: „Um auf alle Fälle gerüstet zu sein,
hat die Friedhofskommission heute früh einen Platz bestimmt, der für die hier etwa ihren Wunden erliegenden Kriegsteilnehmer vorbehalten ist. Die Anlage ist so gedacht, dass in der Mitte Platz ist für ein gemeinsames Denkmal. Ich bitte nicht davon zu reden…“

Manche vertraulichen Dinge kommen sofort ans Licht der Öffentlichkeit – andere dauern. Es sollte sich aber 14 Jahre, bis zum 30. Juni 1928 hinziehen, bis das Ehrenmal für die Toten des Ersten Weltkrieges fertig wurde. Zum Ensemble des Architekten Alfred Schulze aus Malente gehörte der Brunnen oberhalb der Stufen direkt vor den Ehrentafeln. Eine Versetzung dieses Brunnens an den Berliner Platz als
„verkehrslenkendes Möbel“ sei weder der Anlage, noch dem architektonischen Anspruch gerecht geworden.

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