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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 22:15 Uhr

Bruhnskoppel: Etliche Bäume gefällt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Genehmigung lag nicht vor, Eigentümer reagieren dennoch überrascht auf Einleitung eines Ordnungsverfahrens durch den Kreis

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2014 | 00:33 Uhr

Seit Monaten wartet die Dorfschaft Krummsee darauf, dass sich auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Bruhnskoppel etwas tut. Nun ist etwas passiert, doch das rief die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Ostholstein auf den Plan.
Die Eigentümer-Gesellschaft mit Sitz in Oldenburg (Niedersachsen) ließ Dutzende Bäume auf dem Grundstück fällen, darunter auch einige recht stattliche Exemplare.

Die meisten Bäume standen entlang der nun ehemaligen Allee, die zu dem ausgeschlachteten Hotelgebäude führt. Dort ragen jetzt nur noch Stümpfe aus dem Boden. Unmittelbar vor dem Gebäude liegt der dicke Stamm einer Linde und auch auf dem abschüssigen Gelände zum Krummsee hin liegen einige größere Bäume. Große Mengen von Sägespänen zeugen von der Fällaktion, das meiste Holz ist indes schon abtransportiert. Nach OHA-Informationen soll es an Abnehmer in der Umgebung gegangen sein.

„Wir haben ein ordnungsrechtliches Verfahren wegen des ungenehmigten Eingriffs in den Landschaftsschutz eröffnet“, erklärte Fachdienstleiter Joachim Siebrecht. Nun erhalte der Grundstückseigentümer Gelegenheit zur Stellungnahme. Die UNB sei per Anzeige von den Baumfällungen informiert worden. Ein Mitarbeiter der UNB habe 32 gefällte Bäume gezählt. Ein Blick auf das Grundstück zeigt aber, dass noch einige mehr der Säge zum Opfer fielen.

In Oldenburg zeigte man sich überrascht über die Ermittlungen des Kreises. Die Aktion sei abgestimmt gewesen, erklärte ein Sprecher der Eigentümer. Allerdings gebe es keine schriftliche Vereinbarung, räumte er ein. „Mit der UNB hat es keine Absprachen gegeben“, stellte Siebrecht demgegenüber klar. Eine Genehmigung habe nicht vorgelegen, bekräftigte er.

Das Bruhnskoppel-Gelände liegt im Landschaftsschutzgebiet, die eine Beseitigung von Bäumen verbietet. Demnach muss der Kreis eine Beseitigung von Bäumen ab einem Stammdurchmesser in 60 Zentimetern in Brusthöhe genehmigen. Der überwiegende Teil der gefällten Bäume hat diese Größe nach Angaben des Kreises erreicht.

Die Bußgeldhöhe liege in vergleichbaren Fällen im vierstelligen Bereich, sagte Siebrecht. Es könnten auch Ausgleichsmaßnahmen, etwa Wiederanpflanzungen, angeordnet werden. Nach OHA-Informationen planen die Eigentümer einen Ausbau der Zufahrt und wollen später die Baumallee danach wiederherstellen.

Sollte sich die Fällaktion tatsächlich als illegal erweisen, dürfte auch die untere Forstbehörde des Landes tätig werden. Denn gemäß dem Holzhandelsicherungsgesetz dürfe mit illegalem Holzeinschlag kein Gewinn erzielt werden, erklärte Siebrecht.

Bereits Ende 2011 hatten die Investoren ihre Pläne für das Bruhnskoppelgelände im Planungsausschuss vorgestellt. Bei einer weiteren Sitzung im beschloss der Planungsausschuss zwar die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. In der Sitzung im September wurde allerdings deutlich, dass sich die Pläne aufgrund des Landschaftsschutzes nicht so einfach verwirklichen lassen. Seitdem rottet die ausgeschlachteten Hotelruine sowie die Nebengebäude vor sich hin. Dem Vernehmen nach soll es noch einige Monate dauern, bis die Investoren ihre Pläne vorlegen.

Gelassen auf die Fällaktion reagierte Dorfvorsteher Ehrich Gothe. Der Dorfvorstand hoffe vor allem, dass das Hotel-Projekt bald verwirklicht werde, sagte er. Damit seien auch Eingriffe in den Baumbestand verbunden. Diese seien zwar schmerzhaft, ließen sich aber nicht vermeiden.

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