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Ostholsteiner Anzeiger

17. November 2017 | 18:54 Uhr

Malente : Brückenneubau ein Jahr später?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Noch ist keine Lösung in Sicht, wie der Streit zwischen Land und Gemeinde um Verlegung der Versorgungsleitungen gelöst werden soll.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 16:56 Uhr

Bürgermeisterin Tanja Rönck höchstselbst hatte die Befürchtung im Planungsausschuss geäußert: Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Lübeck könnte die Hindenburgallee in diesem Monat sperren, um wie ursprünglich beabsichtigt mit den Arbeiten für einen Neubau der 125 Jahre alten Straßenbrücke zu beginnen, obwohl die an der Brücke befestigten Versorgungsleitungen noch gar nicht neu verlegt sind.

Doch soweit wird es nicht kommen. „Frühester Bautermin ist, wenn die Leitungen aus dem Baufeld heraus sind, davon hängt der Baubeginn ab“, versichert der Leiter der Lübecker LBV-Niederlassung, Jens Sommerburg. Wenn das Leitungsproblem gelöst sei, müsse man sehen, ob wieder eine Bauzeit gewählt werde, die auf touristische Belange Rücksicht nehme. „Dann hätten wir einen Baubeginn in einem Jahr“, sagte Sommerburg.

Die Verschiebung sei für den LBV nicht absehbar gewesen: Dieser habe den Auftrag für die Brückenarbeiten zum Abriss und Neubau der Brücke nach Treu und Glauben und in Abstimmung mit den Versorgungsunternehmen erteilt. Diese seien schließlich bereits vor anderthalb Jahren informiert worden, dass sie die Leitungen aus dem Baufenster entfernen müssten. „In dem Glauben, dass das funktioniert, haben wird den Hauptauftrag erteilt. Das ist das, was jeder auch erwartet“, erklärt Sommerburg. Das beauftragte Unternehmen brauche schließlich auch einen Vorlauf für die Ausführungsplanung. Das sei die absolut übliche und gängige Praxis.

Zur Erinnerung: Weil der Landesbetrieb das Anbringen von Ver- und Entsorgungsleitungen an der neuen Brücke ablehnt, planten die Versorger unter Federführung der Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) eine Verlegung der Leitungen im Bett der Schwentine. Dies ließ sich jedoch technisch nicht umsetzen, weshalb die Bauarbeiten abgebrochen wurden. Stattdessen plant SH Netz nun eine Rohrbrücke. Doch ein solches Bauwerk lehnt die Gemeinde ab. Sie befürchtet eine Verschandelung des Ortsbilds. Der Planungsausschuss beauftrage Bürgermeisterin Tanja Rönck deshalb, Gespräche mit dem Landesbetrieb zu führen, um eine andere Lösung zu finden. Am liebsten sähe die Gemeinde die Leitungen wieder an der Brücke befestigt.

Sommerfeld will seinerseits mit allen Beteiligten Gespräche führen. Auch Bürgermeisterin Tanja Rönck solle eingeladen werden. Er verteidigt die Haltung des LBV. „Es ist für alle Beteiligten besser, wenn jeder seine eigene Trasse hat. Wenn Arbeiten an der Brücke oder den Leitungen nötig seien, müsse niemand anderes gefragt werden. Sommerburg beruft sich auf technische Vorschriften. „Das Regelwerk sieht eine getrennte Führung von Leitungen und Brücken vor.“ Eine künftige Verlegung der Leitungen an der Brücke habe weitere handfeste Nachteile. „Das bedeutet immer, dass ich die Leitung zweimal anfasse.“ Zunächst müssten die Leitungen provisorisch irgendwo hin verlegt werden, um sie anschließend wieder in die Brücke zurückzuverlegen. Das sei immer mit zusätzlichen Einschränkungen und Kosten verbunden. Dies werde aber geflissentlich ausgeblendet.

Wie lange die 125 Jahre alte Brücke noch uneingeschränkt ihren Dienst tut, steht in den Sternen. „Demnächst steht die nächste Prüfung an“, erklärt Sommerfeld. Die Brücke komme an ihre Grenzen. „Gegebenenfalls wird man über verkehrliche Einschränkungen reden müssen.“

Einstellen müssen sich die beteiligten Versorger, zu denen auch die Gemeindewerke mit einer Wasserleitung und die Gemeinde mit einem Lampenkabel gehören, auf Regressforderungen. Das Verschieben eines Baubeginns entspreche einem gestörten Bauablauf. „Der Auftraggeber hat dann Anspruch auf Erstattung“, erklärt Sommerfeld. Deshalb habe der LBV angekündigt, sich Ansprüche vorzubehalten.

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