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Ostholsteiner Anzeiger

20. November 2017 | 05:16 Uhr

Brücke zwischen Klassik und Jazz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neues Festival „Classical Beat“ startet am 29. Mai in Eutin, Timmendorfer Strand und Lübeck / „Genre-Mix mit Überraschungseffekt“

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 15:38 Uhr

Cola mit Brause mischen? Das geht. Birnen mit Bohnen und Speck kombinieren? Geht auch. Aber Jazz und Klassik? Das erst recht, sagen zumindest die Macher hinter dem neuen Festival „Classical Beat“. Ab dem 29. Mai gibt es einen Mix aus verschiedenen Veranstaltungsorten und „ein neues Format, das klassische Musik mit moderner Clubkultur und unterschiedlichen Musikgenres verbindet“, sagt Initiator und zugleich Geschäftsführer der Stiftung „Neue Musik-Impulse“ Hans-Wilhelm Hagen.

Im Fokus stehen junge Menschen, die „für kreative, neue Musik gewonnen und begeistert“ werden sollen, so Hagen.

Den Auftakt zu den neun Veranstaltungen macht ein Feierabendkonzert am 29. Mai in der St.-Nicolai-Kirche in Burg auf Fehmarn. Neben Timmendorfer Strand ist auch Eutin Heimat für das neue Festival. Am Donnerstag, 1. Juni , heißt es ab 20.30 Uhr „Tanzbar“ – inklusive einer Aftershow-Party ab 22 Uhr in den Schloßterrassen. In Lübeck finden Konzerte unter anderem in der Gollan-Kultur-Werft (2. Juni) und im Hansemuseum (4. Juni) statt.

„Mit dem Festival erforschen und zeigen wir neue Wege in der Klassik und dies im Speziellen dadurch, dass wir sie auf ihr Verhältnis zum Beat befragen“, sagt Etienne Abelin, Künstlerischer Leiter von „Classical Beat“. Der Baseler ist sich sicher, dass die Idee, Brücken zwischen „anspruchsvoller oder klassischer Musik zu anderen Genres und populären Musikarten“ zu bauen, ankommen wird.

Das Festival biete viel Überraschendes für die Gäste, verspricht Sven Klammer, Mitorganisator des Festivals. Der Lübecker Trompeter möchte zeigen, dass Klassik nicht die „verstaubte Musik ist, wie viele glauben“. Er möchte Menschen und Musik aus ihrer Nische holen.

Das soll auch darüber gelingen, dass die Interpreten handverlesen sind. Am Start sind Robert Walzel, Klarinettist aus Kansas, USA, der nach seinem umjubelten Gastspiel bei den Eutiner Festspielen im Jahr 2014 am 1. Juni nach Ostholstein zurückkehrt. „Er bildet die gesamte musikalische Bandbreite zwischen Klassik und Jazz auf der Klarinette ab“, sagt Hagen. Neben Walzel ist an diesem Tag auch der New Yorker Perkussionist Doug Perry zu Gast in den Schloßterrassen. Der 29-Jährige verbindet Genres wie Klassik, Elektro und freie Improvisation zu seinem persönlichen Stil.

Nicht nur ein Genre-Mix möchte das Festival bieten: Es soll auch junge Talente mit Profis zusammenbringen. So kümmert sich die Schweizerin Brigitte Grimm um den Bereich Akademie bei „Classical Beat“. „Ich zeige Schülern der Weber-Schule und der Kreisberufsschule in Eutin sowie der Oberschule zum Dom in Lübeck Chancen und Risiken der Musikbranche auf“, sagt Grimm. Gleichzeitig dürfen Musikschüler und Musikstudenten aus Norddeutschland, Holland, den USA und Skandinavien in Kontakt mit Profis wie Doug Perry, Etienne Abelin und Caspar Gyldensoe treten. Das Ergebnis – ein Schülerkonzert – gibt es am 3. Juni im Garten am frischen Wasser in Eutin zu erleben. „Es geht um das Erfragen der klassischen Musik in Bezug auf neue Musik“, sagt Abelin, der unter anderem Bezüge zur Musik von Carl-Maria von Weber oder anderen herstellen möchte. „Wir werden sehen, wie groovig Bach spielt“, sagt Abelin augenzwinkernd. „Schubladendenken ist nunmehr überholt“, ergänzt Klammer.

Das Festival richtet sich vorrangig „an das Partypublikum“, sagt Bodo Neumann, bei „Classical Beat“ zuständig für die Werbung und selbst als Musiker Teil des Konzerts am 2. Juni, und spricht über die Altersklasse von 20 bis 35 Jahren. Neumann betont, dass sich nicht nur die Gäste der Veranstaltungen neuen Inhalten öffnen, sondern auch die Musiker, die Klassik und Jazz vermischen. „Horizonterweiterung“ nennt Neumann das kurz und knackig.

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