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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 02:18 Uhr

Brücke(n) oder Tunnel als Ersatz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vorplanungen zur Beltquerung: Europaweite Ausschreibung der Bahn für Vorplanungen neuer Sundquerung läuft

Die Planungen für eine neue Fehmarnsundquerung gehen in die nächste Phase. Zum 1. April wurden insgesamt vier Vorplanungspakete am europäischen Markt ausgeschrieben. Ingenieursbüros, die für Aufträge der Deutschen Bahn qualifiziert sind, haben dann die Chance, sich bis Anfang Juli für die Planungspakete zu bewerben.

In Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) und dem Bundesverkehrsministerium werden insgesamt vier Alternativen geplant. Dabei handelt es sich um die Neubau-Konzepte: ein kombiniertes Bauwerk für Schiene und Straße, zwei getrennte Bauwerke, einen kombinierter Absenktunnel oder einen Bohrtunnel mit mindestens vier Röhren. Jedes der vier Konzepte sind zweigleisig/vierspurig angedacht.

In einer mehrmonatigen so genannten Nutzwertanalyse wurden insgesamt neun Konzepte und Varianten anhand von einheitlichen Kriterien bewertet und gewichtet. Dabei spielten Faktoren wie Umweltrisiken und Lärmemissionen ebenso eine Rolle wie die Zukunftsfähigkeit der Bauwerke oder Wirtschaftlichkeitsaspekte, teilte die Bahn gestern mit. Aus diesen neun Konzepten wurden die vier Alternativ-Konzepte mit den höchsten Nutzwerten ausgewählt – und werden nun unabhängig und ergebnissoffen voneinander geplant.

Bestandteil und Basis der Vorplanungen für jedes der vier Konzepte ist die Umweltverträglichkeitsstudie, die Auswirkungen des Infrastrukturprojekts auf Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit, Tiere, Pflanzen, die biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, Kulturgüter, sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen diesen Schutzgütern untersucht. Da die Untersuchungen aufgrund von rechtlichen Bestimmungen rund zwei Jahre andauern, werden die Ergebnisse der vier Vorplanungen Mitte 2018 erwartet, so die Bahn.

Für den Bau des 19 Kilometer langen Tunnels sind derzeit 7,1 Milliarden Euro angesetzt. Diese Summen trägt Dänemark. Deutschland müsste die Anbindung ans Hinterland finanzieren. Die Kosten werden auf 2,2 Milliarden Euro geschätzt.

Das dänische Parlament hatte im vergangenen Monat den Willen bekräftigt, den Tunnel zu bauen – trotz höherer Kosten und vieler Verzögerungen. Das Projekt zieht sich vor allem darum hin, weil die deutsche Genehmigung noch nicht vorliegt. Im Gegensatz zu Dänemark hatte es in Deutschland Tausende Einwendungen etwa von Naturschützern gegen den Tunnelbau gegeben.

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erstellt am 01.Apr.2016 | 10:52 Uhr

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