Eutin : "Brot für die Welt" offiziell eröffnet

Die Gestalter des Gottesdienstes: (von links) Pastor Hans-Joachim Merker, Diakonie-Referentin Christel Konert, Pastorinnen Petra  Bölting und Maren Löffelmacher, Torsten Albig, Petra Thobaben, Gothart Magaard und Matthias Wiechmann.
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Die Gestalter des Gottesdienstes: (von links) Pastor Hans-Joachim Merker, Diakonie-Referentin Christel Konert, Pastorinnen Petra Bölting und Maren Löffelmacher, Torsten Albig, Petra Thobaben, Gothart Magaard und Matthias Wiechmann.

Ein Festgottesdienst in der Eutiner Michaeliskirche lieferte gestern Nachmittag den Auftakt für die evangelische Spendenaktion im Norden.

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03. Dezember 2012, 11:41 Uhr

Eutin | Ein "volles Haus" erfuhr die Kirchengemeinde Eutin schon 24 Tage vor Heiligabend gestern Nachmittag bei einem Festgottesdienst in der St.-Michaelis-Kirche: Landespastorin Petra Thobaben vom Diakonischen Werk eröffnete die 54. evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt" in Schleswig-Holstein. Gastredner war Ministerpräsident Torsten Albig, die Predigt hielt Gothart Magaard, Bischofsbevollmächtigter im Sprengel Schleswig und Holstein.

"Brot für die Welt" steht dieses Jahr unter dem Leitsatz "Land zum Leben - Grund zur Hoffnung". Dabei steht die Vernichtung bäuerlicher Strukturen vor allem auf der Südhalbkugel und besonders in Argentinien im Fokus. Alle Christen seien aufgefordert, aufzustehen gegen Ungerechtigkeit, stellte Propst Matthias Wiechmann bei der Begrüßung fest. Und ungerecht sei, wenn sich Bauernfamilien nicht mehr von ihrem Land ernähren könnten, wenn sie vertrieben würden und Konzerne Land kauften, auf dem Futter- oder Energiepflanzen für Industriestaaten angebaut würden, während die heimische Bevölkerung hungere.
"Die Welt ist weit weg von Gerechtigkeit"

Nur elf Prozent der Oberfläche der Erde sei für die Produktion von Nahrungsmitteln nutzbar, sagte Gothart Magaard in der Predigt, der von "Landräubern" sprach und dabei international agierende Konzerne meinte. Beim Blick auf eine Milliarde hungernde Menschen, 1,5 Milliarden Übergewichtige sowie eine tägliche Vernichtung von Lebensmitteln, mit denen 500 Millionen Menschen satt werden könnten, werde klar, dass die Welt weit weg sei von Gerechtigkeit.

"Wir leben auf zu großem Fuß", sagte Landespastorin Petra Thobaben angesichts eines zu großen Landverbrauchs auch für Energiegewinnung. Alle Menschen hätten das Recht auf Nahrung, Wohnung und Wasser, und "Brot für die Welt" unterstütze mit Partnern vor Ort über 2000 Projekte, bei denen Menschen in die Lage versetzt würden, diese Rechte in Anspruch zu nehmen.
Massive Veränderungen auch in hiesiger Kulturlandschaft

Als international wichtigen Erfolg wertete Thobaben "Richtlinien zur Gewährleistung des Zugangs zu Land", die 125 Länder unterzeichnet hätten. Dem Ministerpräsidenten überreichte sie ein Exemplar.

Albig betonte, dass "unser Energiebedarf und unser Hunger nach Fleisch" nicht nur die Landwirtschaft in anderen Ländern negativ beeinflusse, auch in der hiesigen Kulturlandschaft seien massive Veränderungen zu sehen, für die Albig drei Beispiele nannte: "Sandsturm auf der Autobahn, Wildschweinplage und Singvögel, die wegen Monokulturen auf die Rote Liste wandern."
Kinderchor sang kräftig und textsicher

"Brot für die Welt" bezeichnete Albig als eine der wichtigsten Spendenaktionen in Deutschland: "Hier kann man sicher sein: Eine Gabe wird an den Orten der Erde gedeihen, wo sie am nötigsten gebraucht wird."

Eine viel beachtete Leistung zeigten in dem Gottesdienst fünf Kinder: Der von der Kirchenmusikerin Lena Sonntag (Gleschendorf) betreuter Kinderchor sang kräftig, schön und textsicher. Neben diesen jungen Sängern wirkten Bläserchöre von der Insel Fehmarn und aus Eutin, eine Jugendgruppe aus Gleschendorf und Kirchenmusikdirektor Martin West an dem Festgottesdienst mit.

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