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Broschüre mit Informationen: Worauf Minijobber achten sollten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 21.Dez.2016 | 15:50 Uhr

Eine aktualisierte Broschüre für sogenannte Minijobberinnen ist im Rathaus der Stadt Eutin verfügbar. „In bestimmten Lebensphasen kann ein zeitlich befristeter Minijob mit maximal 450 Euro monatlichem Einkommen eine praktische Einkommensalternative sein. Dauerhaft ist jedoch von dieser prekären Beschäftigungsform abzuraten, da die Nachteile für die Beschäftigten, meistens Frauen, deutlich überwiegen“, sagt Eutins Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich. Menschen mit Minijobs verzichteten auf wichtige Sozialleistungen, auf eine geplante berufliche Entwicklung und auf die dauerhafte Bindung an ein Unternehmen. Die Frauen würden meist nur als „Jobberinnen“ angesehen, so Dietrich weiter.

Bereits mit einem Einkommen in Höhe von 451 Euro seien die Bedingungen für die Beschäftigten besser als beim Minijob, beispielsweise beim Krankengeld, beim Anspruch auf Kuren oder bei der Erwerbsminderungsrente. „Prekäre Beschäftigungssituationen sind bei uns ein Thema: Bundesweit ist Schleswig-Holstein ,trauriger‘ Spitzenreiter mit 12  600 Minijobs. Das seien Arbeitsverhältnisse, die keine Beiträge für das System der sozialen Sicherung leisten und für die Beschäftigten kaum mehr als den Verdienst böten. Im Kreis Ostholstein gebe es leider landesweit die meisten geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse.

Eine bundesweite Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung über Minijobs im Jahr 2015 habe gezeigt, dass die Arbeitnehmerrechte in Minijobs häufig nicht eingehalten würden. Fast 50 Prozent der befragten Minijobberinnen erhielten keine Lohnfortzahlung bei Krankheit und über 30 Prozent keinen bezahlten Urlaub. Zudem sei deutlich geworden, dass jeder dritte geringfügig Beschäftigte seine Rechte nicht kenne.

„Hier will die Broschüre aufklären und enthält umfassende Informationen aus den Bereichen Sozialrecht, Auswirkung auf die Rente, Sozialversicherung, Ehrenamt und Mindestlohn. Darüber hinaus informiert sie über wichtige steuerrechtliche und arbeitsrechtliche Grundsätze“, so die Gleichstellungsbeauftragte. Es würden Tipps zur Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten gegeben, zum gesetzlichen Mindestlohn und zu verbindlichen Branchenmindestlöhnen. Die Broschüre ist kostenlos bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Eutin, Gudrun Dietrich, g.dietrich@eutin.de und im Bürgerbüro und in der Zentrale der Stadt Eutin erhältlich.






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