Brockmann und Kalinka gewinnen direkt

Kurz nach 18 Uhr begann die Auszählung der Stimmzettel – wie hier im Wahllokal in der Kreisverwaltung in Eutin.
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Kurz nach 18 Uhr begann die Auszählung der Stimmzettel – wie hier im Wahllokal in der Kreisverwaltung in Eutin.

Wahlkreis 16: Die nächste herbe Niederlage für Regina Poersch (SPD) / Wahlkreis 15: Lutz Schlünsen (SPD) hatte am Ende keine Chance auf einen Wahlsieg

shz.de von
07. Mai 2017, 18:29 Uhr

Aus dem Stand hat der 39-jährige Tim Brockmann (kl. Foto links) gestern im Wahlkreis 16 (Plön-Ostholstein) den Sprung in den Landtag geschafft. Mit 42 Prozent der Stimmen und damit einem Vorsprung von rund zehn Prozent zieht der Diplom-Volkswirt aus Preetz nach Nachfolger des nicht wieder kandidierenden Peter Sönnichsen (62) bei seiner ersten Kandidatur in den Landtag ein. Brockmann ist Geschäftsführer der Vereinigung Handwerk Schleswig-Holstein.

Tim Brockmann zeigte sich gestern Abend zufrieden und glücklich irgendwo zwischen Damdorf, Schellhorn und Kiel: „Wir haben auf die richtigen Themen gesetzt.“ Das habe auch die Stimmung an den Infoständen und den Haustüren gezeigt. Heute werde er erst einmal ins Büro fahren, in Preetz die Plakate abnehmen und abends am CDU-Kreisvorstand in Ostholstein teilnehmen.

Ihre zweite derbe Niederlage nach der Eutiner Bürgermeisterwahl musste Regina Poersch (kl. Foto) aus Eutin einstecken. Auf die 47-Jährige entfielen (bei 85 von 101 Gemeinden) lediglich 31,3 Prozent der Stimmen. Die Eutiner SPD-Landtagsabgeordnete Regina Poersch ist auf der Landesliste ihrer Partei auf Platz zehn gesetzt. Ob sie damit ihren bisherigen Sitz im Landtag behält, stand gestern Abend noch nicht fest.

Beachtliche dritte Kraft im Wahlkreis Plön sind Bündnis 90/Die Grünen. Der 53-jährige Martin Drees aus Wahltorf/Wielen, Mitarbeiter der Stadt Neumünster im Pflegekinderdienst und der Adoptionsvermittlung, erreichte 9,9 Prozent der Stimmen im Wahlkreis 16. Der FDP-Landtagskandidat, der 44-jährige Realschullehrer Dirk Meußer aus Plön, blieb in seinem Wahlkreis 16 mit 6,9 Prozent der Stimmen unter dem Landesdurchschnitt.

Für die Piraten kandidierte der selbstständige Ingenieur Niclas Köster (36). Auf ihn entfielen lediglich 1,6 Prozent der Stimmen. Die Alternative für Deutschland (AfD) ging mit dem 35-jährigen Dennis Wamhoff aus Sereetz, Vertriebsmitarbeiter eines Lebensmittelunternehmens, ins Rennen. Wamhoff erreichte 5,3 Prozent der Stimmen. Der 69-jährige pensionierte Lehrer Bernd Friedrich aus Lütjenburg erreichte für die Linken 3 Prozent der abgegebenen Stimmen im Wahlkreis 16.


Wahlkreis 15


Der 65-jährige Werner Kalinka (kl. Foto) aus Dobersdorf zieht als direkt gewählter Landtagsabgeordneter für die CDU im Wahlkreis 15 (Plön-Nord) in den neuen Landtag ein. Mit 39,9 Prozent der Stimmen schlug er den 46-jährigen Versicherungsfachwirt und SPD-Landtagskandidaten Lutz Schlünsen (kl. Foto), der lediglich 33,9 Prozent der Erststimmen auf sich verbuchte.

Kalinka war vor 40 Jahren erstmals für die CDU in den Landtag eingezogen – damals als jüngster Abgeordneter. Jetzt kehrt er nach einer Unterbrechung als vermutlich der älteste Abgeordnete wieder in den Landtag zurück. „Es ist einer der schönsten Augenblicke meines politischen Lebens“, sagte Kalinka gestern Abend dem OHA. 40 Prozent im Wahlkreis Plön-Nord sei ein Traumergebnis. Die von der CDU gesetzten Themen hätten aber auch eine große Rolle gespielt. Die Gespräche mit vielen Menschen seien eine gute Basis für die kommende politische Arbeit im Landtag. Kalinka freute sich auch über gut gesuchte Veranstaltungen.

Der 36-jährige Grafiker und Designer Dennis Mihlan aus Klausdorf erreichte für die Grünen im Wahlkreis 15 als dritte Kraft im Kreis 11,2 Prozent der Stimmen. Der 41-jährige Vertriebsmanager und Vorsitzender der FDP in Heikendorf, Gunnar Schulz (FDP) erreichte mit seinem Debüt der Landtagskandidatur 8,9 Prozent der Stimmen. Henning Lange von den Piraten kam auf 2,7 Prozent der Stimmen, Gabriele Gschwind-Wiese aus Blekendorf von den Linken auf lediglich 3,4 Prozent der Stimmen.

Werner Kalinka hatte vor fünf Jahren den Wahlkreis direkt gegen Anette Langner von der SPD gewonnen. Doch Langner trat das Direktmandat für den Norden des Kreises Plön nicht an, weil sie Staatssekretärin im Sozialministerium wurde. Damit war der Kreis Plön direkt in den vergangenen fünf Jahren durch ein Direktmandat nicht im Landtag vertreten. Die unterlegenen SPD-Kandidaten Regina Poersch und Lutz Schlünsen waren gestern Abend für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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