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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 17:52 Uhr

Briefmarkenfreunde werden 60

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vor einigen Jahren stand der Verein schon einmal kurz vor der Auflösung, inzwischen frönen wieder 30 Mitglieder ihrem Hobby

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 15:05 Uhr

Beinahe hätten die Briefmarkenfreunde Eutin ihr 50. Jubiläum nicht erlebt. Im Jahr 2001 stand der Verein, der in diesem Jahr 60 Jahre alt wird, vor dem Aus. Die Entscheidung einer Mitgliederversammlung fiel äußerst knapp aus, erinnert sich Norbert Kügler, Vorsitzender des Vereins, der seit dem 5. März 2003 auch Malente in seinem Namen trägt. Von elf Mitgliedern votierten vier für eine Auflösung, fünf dagegen und zwei enthielten sich. Damit war der Verein erst einmal gerettet. Zehn Mitglieder waren bereit weiterzumachen, und Kügler übernahm den Vorsitz – mit einigem Erfolg: Heute verzeichnet die Sammlergemeinschaft wieder 30 Mitglieder.

Mit der Zeit seien, anders als bei vielen anderen Vereinen, immer wieder Sammler hinzugestoßen, freut sich Kügler, bedauert aber zugleich, dass der Altersdurchschnitt heute mit 70 Jahren sehr hoch liege: „Trotz einiger Werbekampagnen ist es der Vereinsführung nicht gelungen, junge Mädchen oder Jungen für dieses schöne und lehrreiche Hobby zu gewinnen“, sagt der Verpackungsingenieur im Ruhestand. Bis in die 80er Jahre seien allein bis zu 25 Jugendliche im Verein gewesen.

„Die Jugend hat heute eigene Interessen“, weiß Heinz Bruhn. Der 90-jährige Malenter ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied des Vereins, der heute „Verein der Briefmarkenfreunde Eutin/ Bad Malente-Gremsmühlen von 1954“ heißt. Als Postbeamter in Plön war Bruhn prädestiniert für die Philatelie. Allerdings faszinierten ihn Briefmarken schon als Kind – mit zehn Jahren habe er angefangen. „Damals waren die buntesten Marken aus der weiten Welt die wertvollsten“, erinnert sich Bruhn. Mit der Zeit spezialisierte er sich auf Vogel-Motive. Mit den Jahrzehnten kam eine stattliche Sammlung
zusammen: „Ich habe zehn Alben à 50 Seiten“, sagt Bruhn und schätzt: „Das sind so um die 6000 Vögel.“

In den 50er Jahren kristalisierte sich das Café Ehmke in der Eutiner Peterstraße als Treffpunkt für Briefmarkenfreunde heraus. „Damalige Weggefährten sprechen davon, dass bis zu 50 Personen an solchen, nennen wir es einmal Tauschtagen, zugegen waren“, berichtet Kügler. 17 dieser Briefmarkenfreunde gründeten am 15. Dezember 1954 den Verein. Sieben Gründungsmitglieder leisteten die für eine Vereinsgründung notwendige Unterschrift: Bernhard Tiedemann, Ernst Schultze (Steuerprüfer, Eutin), Fritz Kukulenz (Lehrer, Eutin), Willi Ohde (Meiereibetriebsleiter, Eutin-Neudorf), Heinz Bruhn (Postbeamter, Malente), Hans Ehlers (Postbeamter, Malente) und Georg
Freiherr von Leoprechting (Oberstleutnant a.D., Eutin).

Willi Ohde wurde der erste Vorsitzende und hatte dieses Amt bis 1959 inne. Er wurde abgelöst durch den Eutiner Dachdeckermeister Günter Martens. In dessen Amtszeit stieg die Mitgliederzahl auf stolze 101 Personen, darunter durchaus nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen, betont Kügler, der sich selbst auf Briefmarken aus Angola spezialisiert hat. Diesen Entschluss fasste er 1974 bei einem längeren Krankenhausaufenthalt. „Damals hat man mich belächelt“, sagt Kügler, heute nicht mehr: „Weil er eine Top-Sammlung hat“, lobt sein SammlerFreund Heinz Bruhn. 18 Bände sind mittlerweile zusammengekommen – nicht nur gefüllt mit Angola-Briefmarken, sondern auch mit Geldscheinen oder Postkarten aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie in Südwest-Afrika, die seit 1975 unabhängig ist.

In den 60er Jahren fand der prosperierende Verein im Hotel Wittler (gegenüber dem Eutiner Bahnhof) ein größeres Tauschlokal. 1981 übernahm Rektor Ernst Harm aus Eutin für 15 Jahre das Zepter. Weitere Vorsitzende waren danach Helmut Rettig und bis 2001 Waldemar Gelse.

> Das heutige Tauschlokal der Briefmarkenfreunde ist das Malenter Restaurant „Marktplatz“ (Lindenallee). Dort versammeln sich jeden dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr Mitglieder und Gäste zum Briefmarkentausch und zum Fachsimpeln. Interessenten sind willkommen.

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