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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 09:46 Uhr

Brief Lehmann Eing.: 4.5.

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kriminalbegriffe im Verwarnzettel



Folgenden Brief hat Lothar Soll aus Plön an die Gemeinde Malente geschrieben:

Verwarnung vom 29.7.2015 „Tat“-Bestand Parken in Malente im verkehrsberuhigten Bereich Seestraße (August-Bier-Klinik)

Sehr geehrte Damen und Herren, für ihre „freundlichen“ Grüße wegen Falschparkens bedanke ich mich. In Wirklichkeit finde ich es bemerkenswert, dass es – vor allem auch nach Ansagen aus dem Mitarbeiterkreis der August-Bier-Klinik – offenbar so ist, dass Mitarbeiter Ihrer Verwaltung wohl in Hecken lauernd nur Sekunden brauchen, um Autofahrer wie mich sofort zu einer Verwarnung wegen Falschparkens auf einer Fläche zu verdonnern, die nicht wirklich als „Parkverbotszone“ zu erkennen ist.

Ich hatte nichts anderes im Sinn, als das Gepäck meiner Frau, die sich nach Gehirnblutung schwerstverletzt im Rahmen einer Reha-Maßnahme bis zum Morgen des 27. Juli in der August-Bier-Klinik befand, auf die Schnelle in unseren Pkw zu tragen, und zwar möglichst im Angesicht des Sanitätsfahrzeugs, das meine Frau sodann nach Plön brachte.

Die gravierenden Parkplatz-Probleme im Bereich der Klinik kennen sie natürlich, jedoch hat man den Eindruck, dass Sie in diesem Zusammenhang nichts anderes zu tun haben, als hier Verwarnungsgelder einzusammeln.

Mich stören zumal Kriminal-Begriffe in Ihrem Verwarnungszettel wie „Tatbestand“ oder „Tatort“ – als wäre auch ich ein Gauner, der unbedingt zur Strecke gebracht werden muss. Von daher bin ich zunächst umso weniger bereit, diese 10 Euro zu zahlen. Vielmehr erwarte ich von Ihnen, dass Sie mir eine angebotene „schriftliche Verwarnung/Anhörung“ zusenden, und zwar vielleicht doch mit einer Art von Rechtsbehelf, ohne dass Sie mir deswegen erneut weitere Kosten androhen.

Ich gehe davon aus, dass Sie mir die Rechtslage zur etwaigen Kennzeichnung als erlaubte oder eben nicht erlaubte Parkplätze auf den fraglichen Flächen vermitteln. Nicht zuletzt als inzwischen langjähriger Plöner wusste ich schon längst, dass die Kreise Plön und Ostholstein seit Jahr und Tag irgendwie zwei Welten sind. Gleichwohl glaube ich der Gerechtigkeit halber, dass auch Einwohner und Gäste aus Malente beziehungsweise Ostholstein nicht wirklich vor Ihnen sicher sind. Auf diese Weise gewinnt man Freunde fürs Leben.
Mit freundlichen Grüßen

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von
erstellt am 19.Aug.2015 | 10:39 Uhr

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