zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 04:38 Uhr

Breitband: Malente will mitmachen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mit dem klaren „Ja“ des Planungsausschusses kommen allerdings erhebliche Kosten auf die Gemeinde zu / Politik gespalten

Soll Malente sich am Ausbau der kreisweiten Breitbandinfrastruktur beteiligen? Mit einer Ausnahme beantworteten die Mitglieder des Planungsausschusses diese Frage mit einem klaren „Ja“ und gaben der Gemeindevertretung dafür eine klare Beschlussempfehlung.

Damit kommen allerdings auch erhebliche Kosten auf die Gemeinde zu. Für die Anschubfinanzierung, die kreisweit bei etwa einer Million Euro liegt, müsste Malente einen Anteil von rund 62  000 Euro aufbringen. Für den eigentlichen Breitbandausbau mittels Glasfaser fällt allein in Malente laut Businessplan für einen Zeitraum von 2024 bis 2043 ein durchschnittlicher jährlicher Finanzbedarf von rund 77  000 Euro an, wie der Vorlage aus dem Rathaus zu entnehmen ist.

Von 2044 bis 2050 soll Malente dann ein Liquiditätsüberschuss von 830  000 Euro erzielen. Insgesamt sollen in diesem Zeitraum rund 2,4 Millionen Euro aus der Pacht erzielt werden, die ein noch zu suchender Netzbetreiber an die Gemeinde zahlen soll. Der Netzbetreiber selbst erzielt seine Einnahmen über Gebühren von den Nutzern des Glasfasernetzes, über das Telefonie, Internet und Fernsehen möglich sein sollen.

Der Kreis Ostholstein hatte die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) beauftragt, Möglichkeiten für eine kreisweite Breitbandversorgung auszuloten. Als Ergebnis soll der Ausbau auf den Zweckverband Ostholstein übertragen werden. Ein Ausbau Übertragungsraten im Gigabit/Sekunde-Bereich ermöglichen. Das wäre ein Vielfaches dessen, was heute im Internet üblich ist.

Erhebliche Bedenken gegen das Projekt meldete nur Volker Wandhoff (CDU) an. Er störte sich vor allem daran, dass der tatsächliche Ausbau daran geknüpft ist, dass der Ausbau des Breitbandnetzes eine Anschlussquote von 60 Prozent voraussetzt. Diese Quote muss Malente erreichen oder zumindest der Ausbaubereich, in dem Malente liegt, oder der gesamte Kreis Ostholstein. „Kommen wir nicht auf 60 Prozent, ist das Geld weg“, kritisierte Wandhoff mit Blick auf die Anschubfinanzierung von rund 62  000 Euro. Das sei ein „sehr tiefes Fass“.

Er könne sich nicht vorstellen, dass die Quote auf den Dörfern erreicht werde. Schließlich verbreite sich der ebenfalls schnelle Mobilfunkstandard LTE immer weiter, monierte Wandhoff. „Ich bezweifele, dass es Breitband in drei Jahren überhaupt noch braucht.“

Ganz anders sahen das seine Fraktionskollegen: „Die Dorfschaften werden abgehängt, wenn die Kommunen das nicht selbst in die Hand nehmen“, sagte Gudrun Förster und Uwe Potz nannte die Breitbandinitiative „ein Riesenangebot, eine einmalige Chance“. Zuvor hatte Grünen-Fraktionschef Michael Winkel erklärt, LTE lasse sich mit einem Breitbandausbau nicht vergleichen, und die genannten Ausbausummen als relativ klein bezeichnet. „Machen wir da nicht mit, zahlen wir das Dreifache.“ Auch Jan Krützfeldt (FWM) forderte: „Wir müssen uns da weiter entwickeln.“ Es sei nur ärgerlich, dass Malente 62  000 Euro für eine unsichere Zukunft investieren müsse

zur Startseite

von
erstellt am 30.Apr.2015 | 14:21 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen