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Ostholstein : Breitband für die „weißen Flecken“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Startschuss für den Ausbau von schnellem Internet im ländlichen Raum. Die Kieler Firma TNG ist Pächterin und Betreiberin des Netzes.

Weiße Flecken, schwarze Flecken – nicht nur der Laie muss sich erst zurechtfinden in einer zweigeteilten Welt, wenn es um den Ausbau von schnellem Internet auf dem flachen Land geht. Rund 100 Millionen Euro sollen bis 2019 für die Verlegung von Glasfaser-Kabeln in Dörfern Ostholsteins ausgegeben werden, 15 Millionen davon zahlt Berlin. Doch möglich ist dieser subventionierte Ausbau nur in schwarzen Flecken, also in Orten, in denen es keinen Anbieter für schnelles Internet gibt (siehe auch Seite 1).

Die Aufgabe des subventionierten Breitband-Ausbaus hatte bekanntlich der Kreistag vor gut einem Jahr dem Zweckverband Ostholstein (ZVO) übertragen. Die dafür gebildete Unternehmenssparte des ZVO wird von einem (kein Witz!) Breitbandnetzinfrastrukturaussschuss geleitet. Der tagte gestern in Sierksdorf, und der Vertragsabschluss mit einer Betreiberin des Netzes stand nach Zustimmung der Bundesnetzagentur auf der Tagesordnung.

Die TNG Stadtnetz GmbH aus Kiel ist damit Pächterin und Betreiberin für den kommunalen Glasfaserausbau in Ostholstein. Noch vor den Sommerferien wird die TNG in Kasseedorf, Süsel und Altenkrempe zu Informationsveranstaltungen einladen, über Ablauf und Produkte informieren. Wenn 60 Prozent der Haushalte Glasfaseranschluss haben wollen, werde noch in diesem Jahr mit dem Netzbau begonnen, versprach TNG-Geschäftsführer Dr. Volkmar Hausberg. Das inhabergeführte Kieler Unternehmen habe vergleichsweise lange Erfahrung in der Breitbandversorgung und sei in verschiedenen Teilen Norddeutschlands – darunter Kiel und Umland – tätig, die Glasfaser-Projekte liefen meist zusammen mit kommunalen Partnern.

Zum Repertoire gehörten drei Leistungspakete mit Internet-Flat, Telefon-Flat und Mobilfunkkarten, es würden Übertragungsraten von 50, 300, 500 und sogar 1000 Megabit pro Sekunde angeboten, und das zu vergleichsweise günstigen Preisen.

Ob und in welchen Regionen ein Netzausbau erfolge, werde im Rahmen einer mehrstufigen Vorvermarktung ermittelt. „Wir haben das gesamte Ausbaugebiet in mehrere Aktionsgebiete unterteilt. In jedem dieser Gebiete werden wir in einem etwa sechswöchigen Aktionszeitraum zahlreiche Beratungstermine vor Ort anbieten. Ziel ist es dabei, mit mindestens 60 Prozent der Haushalte Vorverträge abzuschließen“. Erst ab dieser Größenordnung werde ein flächendeckender Ausbau wirtschaftlich. Hausberg: „Sechs Wochen sind kurz, knapp und knackig, aber nach unseren bisherigen Erfahrungen genau richtig.“ Bis Mitte 2019 sollen alle Vorvermarktungen für das gesamte Kreisgebiet abgeschlossen sein. 22  860 Haushalte soll es in weißen Flecken geben, 37  872 in schwarzen Gebieten.

ZVO-Vorsteherin Gesine Strohmeyer, Ausschuss-Vorsitzender Andreas Zimmermann und Landrat Reinhard Sager waren sich gestern einig, dass ein wichtiger Meilenstein hin zu einem flächendeckenden Breitbandausbau erreicht sei. Zimmermann stellte fest, dass ein Glasfaseranschluss in naher Zukunft eine Wertsteigerung für Immobilien sein werde, und die entspreche ziemlich genau den für den Ausbau eingesetzten Steuermitteln.

Landrat Reinhard Sager: „Wir kommen voran, wenn auch auf einem mühsamen Weg, aber heute ist ein neuer Meilenstein gesetzt worden.“ Er berichtete von einer neuen Empfehlung des Landkreistages, dessen Präsident er ist, an die Bundesregierung, wie man die „Rosinenpickerei“ von einigen Unternehmen unterbinden und damit den subventionierten Ausbau des Breitbandes im ländlichen Raum noch effektiver voranbringen könnte.

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erstellt am 01.Jul.2017 | 12:00 Uhr

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