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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 23:57 Uhr

Breitband: 105 669 Anschlüsse nötig

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Tüv Rheinland sieht Investitionskosten in Höhe von bis zu 280 Millionen Euro / Kreis will Infrastruktur-Organisation gründen

Schnelle Internet-Verbindungen werden immer wichtiger. Um sich zukunftsorientiert aufstellen zu können, beauftragte der Kreis Ostholstein deshalb im April 2013 den Tüv Rheinland mit den technischen Vorplanungen für
eine Glasfaserbreitbandversorgung. Über die Ergebnisse informierten am Dienstag im Kreishaus der Projektleiter Andreas Windolph und Planungsfachexperte Harald Kawelke vom Tüv Rheinland die kommunalen Vertreter.

Demnach werden kreisweit 105 669 Anschlüsse benötigt. Die Investitionskosten, je nach Ausbauvariante zwischen 75 und 100 Prozent, würden 247 bis 280 Millionen Euro betragen. Der Finanzierungszeitraum ist auf 20 bis 30 Jahre ausgelegt. Eine Refinanzierung soll durch die Verpachtung des Glasfasernetzes erfolgen. Pro Anschluss bedeute dies einen finanziellen Aufwand zwischen 1242 Euro in Neustadt bis 6650 Euro in der Gemeinde Wangels. Der Hintergrund der Preisunterschiede liegt an der Besiedelungsdichte und dem damit verbunden Mehraufwand. Größter Kostenfaktor bei der Umsetzung wird das Verlegen der Leitungen auf 4620 Trassenkilometern. Für den Tiefbau wurden innerorts 70 Euro und außerorts 40 Euro pro laufenden Meter veranschlagt.

„Ein leistungsfähiger Internetzugang ist heute eine wichtige Infrastruktur, um als Region wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur mit einer gut ausgebauten Infrastruktur kann die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen städtischen und ländlichen Regionen gesichert werden“, hob Landrat Reinhard Sager die Vorteile eines schnellen Internetzugangs für Ostholstein hervor. Digitale Vernetzungen, beispielsweise auch Telemedizin, würden künftig deutlich zunehmen.

Zur Realisierung des Netzausbaus forderte er Unterstützung von EU, Bund und Land. „Glasfaser ist das Medium der Zukunft. Es geht heute um eine langfristige Infrastrukturmaßnahme“, betonte Richard Krause, Leiter des Breitbandkompetenzzentrums Schleswig-Holstein. Bis 2015 werde sich der Bedarf im Vergleich zu 1997 vervierfachen. Das Ziel der Breitbandstrategie des Bundes sei die Bereitstellung von Netzen mit 50 Megabit Leistung pro Sekunde bis 2014 für 75 Prozent der Bevölkerung, bis 2018 solle eine flächendeckende Verfügbarkeit vorhanden sein. Mit der derzeitigen Vernetzung von 54 Prozent mit 16 Megabit liege Schleswig-Holstein auf einem guten Platz – noch vor Bayern. Der Grund der geringeren Leistungsfähigkeit seien die verlegten Kupferkabel, die teilweise 50 Jahre alt seien.

Das Ziel des Kreises ist es, die Voraussetzung für die Gründung einer Breitbandinfrastruktur-Organisation zu schaffen, die den Glasfaserausbau vornimmt. Dazu wird der Kreis im ersten Halbjahr 2014 ein Gutachten zu den möglichen Rechtsformen einer Breitbandinfrastruktur in Auftrag geben und einen Businessplan erstellen lassen, der neben den Investitionskosten auch Einnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten beleuchtet.

„Wir werden auch über Zwischenlösungen nachdenken“, informierte Claus-Peter Matthiensen, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft. Um kurzfristige Verbesserungen in den unterversorgten Bereichen zu erreichen, soll eine Lenkungsgruppe gegründet werden.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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