Eutin : Breede liest Storm

Der Heimatverband Eutin lädt zu einer Veranstaltung mit der Novelle "Immensee".

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21. November 2011, 10:59 Uhr

eutin | Harald Breede liest auch dieses Jahr im Rahmen der Veranstaltungen des Heimatverbandes Eutin eine Novelle von Theodor Storm. Am Donnerstag, 24. November, wird um 19.30 Uhr im Ostholstein-Museum bei freiem Eintritt (Gäste sind willkommen) die Novelle "Immensee" zu hörens sein.

Mit ihr erlebte Storm seinen künstlerischen Durchbruch in diesem Metier, obwohl er sich selbst in erster Linie als bedeutender Lyriker sah, auch noch im hohen Alter, auch wenn "Immensee" in der Separatausgabe schon 1888 die 30. Auflage erreichte.

Entstanden ist die Novelle 1850, die zweite Fassung 1851. Bereits 1858 erschien "Immensee" in einer englischen Übersetzung in einer Zeitschrift und dann sehr schnell als Buchausgabe; auch in den USA wurde sie gedruckt. Dieser für die damalige Zeit sensationelle Erfolg hat sich auch im 20. Jahrhundert fortgesetzt, so dass in Auswahlausgaben Stormscher Novellen "Immensee" nie fehlte; im englischsprachigen Ausland erschienen viele Übersetzungen, und so wurde "Immensee" auch im Deutschunterricht als typische Lektüre des 19. Jahrhunderts eingesetzt.

Ein ähnlich verbreitetes Interesse fand und findet diese Novelle auch in Indien, China, Japan und sogar in Südkorea bis zum heutigen Tag. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass sich Filmregisseure dieses Stoffes angenommen haben: Veit Harlan 1943 - allerdings, wie es heißt, frei nach der gleichnamigen Novelle - mit Kristina Söderbaum und Carl Raddatz oder Geza von Bolvary 1956 mit dem Filmtitel "Was die Schwalbe sang" als typischen "Heimatfilm"; unter den Darstellern waren Maj Britt Nilsson und Claus Biederstedt.

Wie ist die Popularität dieser Novelle zu erklären? Literaturwissenschaftler umschreiben die Ehe als Liebesheirat oder Zwang zur Ehe als Versorgungsinstitution; in der Liebesgeschichte zwischen Reinhart und Elisabeth, den beiden Protagonisten des Immensees, sei eine typische bürgerliche Situation gestaltet worden, in der viele Menschen ihr eigenes Schicksal wieder erkennten.

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