zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 11:29 Uhr

Brauchen Frauen noch Förderpläne?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutiner Hauptausschuss diskutiert über den Sinn der Gleichstellungsarbeit

Braucht die Stadtverwaltung noch einen Frauen förderplan? Oder wäre es angesichts des Anteiles weiblichen Personals in den städtischen Einrichtungen nicht höchste Zeit für ein Konzept, den Anteil männlicher Mitarbeiter zu erhöhen?

Die Fragen diskutierte gestern Abend ausgiebig und mit ernstem Hintergrund der Hauptausschuss der Eutiner Stadtvertretung. Die Debatte endete mit der Verabschiedung der fünften Fortschreibung eines Frauenförderplanes der Stadt für den Zeitraum bis 2019. Alle Ausschussmitglieder mit Ausnahme von Malte Tech (FWE) stimmten ihm zu.

Karin Leider aus dem Fachdienst Personalmanagement hatte den Entwurf des Planes vorgestellt und die aktuelle Situation skizziert. Die Zusammensetzung des Personal habe sich in 20 Jahren, seit dem ersten Förderplan 1996, gründlich verändert. Aktuell bildeten die Frauen mit fast 64 Prozent eine Mehrheit bei Angestellten und Beamten. Der Anteil von Teilzeit-Beschäftigung betrage fast 41 Prozent.

Angesichts einer weiblichen Zwei-Drittel-Mehrheit stellte Tech die Position einer Gleichstellungsbeauftragten in Frage: „Wir brauchen einen Gleichstellungsbeauftragten für Männer, weil die in der Minderheit sind.“

In eine ähnliche Richtung ließ sich Olaf Schmidt (CDU) vernehmen: Es gebe Männer, die sich angesichts des großen weiblichen Anteils in der Verwaltung nicht trauten, sich zu bewerben.

Die Feststellung, dass eine höhere Zahl männlicher Bewerber wünschenswert wäre, teilten Vertreter aller Fraktionen, auch Elgin Lohse (CDU). So weit wie Tech ging indes niemand.

Der hohe Frauenanteil spiegele sich immer noch nicht in der Spitze der Verwaltung, argumentierte Margret Möller (FDP). Monika Obieray (Grüne) ergänzte, dass Teilzeitstellen zu fast 80 Prozent von Frauen besetz seien – mit den allgemein bekannten Nachteilen der Rentenversorgung, wie Eike Diller (Grüne) bemerkte. Der hohe Frauenanteil im Rathaus spiegele eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, sgte Caroline Busse (SPD): Offensichtlich interessierten sich immer weniger Männer für einen Verwaltungsberuf.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Apr.2016 | 13:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen