„Brasilianer“ aus Eutin und Malente

Mit vollem Einsatz bei der Mini-WM: Lasse Schwiemann (9).
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Mit vollem Einsatz bei der Mini-WM: Lasse Schwiemann (9).

SG Eutin/Malente scheidet bei der Mini-WM in Grebin als Brasilien im Viertelfinale gegen den späteren Sieger Costa Rica aus

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09. Juni 2014, 12:42 Uhr

„Wir sind alle für Deutschland, aber Brasilien hat die besseren Chancen“, sagt Konni. Er trägt ein brasilianisches Trikot. Die acht- bis zehnjährigen Fußballer der SG Eutin/Malente traten bei der Mini-Weltmeisterschaft, die der TV Grebin und das Unternehmen „famila“ veranstaltet haben, für den fünffachen Weltmeister an. „Hoffentlich sind wir so gut wie bei der echten WM die richtigen Brasilianer“, hatte sich Lasse vorgenommen. Doch im Viertelfinale machte Costa Rica im Südamerika-Duell dem Rekord-Titelträger einen Strick durch die Rechnung – und warf Brasilien nach Neunmeterschießen aus dem Turnier.

Schon vor dem Anpfiff verbreiteten die Fans der weißen „Brasilianer“ Fußball-Freiertagsstimmung. Sie standen vor dem Anpfiff am Spielfeldrand und stimmten sich mit rhythmischem Klatschen auf das Spiel ein. Die Eltern hatten einen Pavillon als Sonnenschutz aufgestellt. Dazu gaben sie die Devise aus: „Trinken, trinken, trinken...“

„Wir haben ein richtig anstrengendes Wochenende“, sagt der Luiz Felipe Scolari der SG Eutin/Malente, Olaf Brunner. Am Freitag war das DFB-Mobil im Fritz-Latendorf-Stadion zu Gast, das eine Menge nützlicher Tipps für Training und Spiel mitgebracht hatte. Am Sonnabend standen die Jungen bei der Mini-WM ihren Mann und am Sonntag setzten sie sich im vorletzten Punktspiel der E-Jugend-Kreisliga mit 3:2 Toren bei der SG Cashagen/ Dissau durch. In dieser Saison sind die SG-Spieler noch durchgehend der jüngere Jahrgang, der vor allem körperlich unterlegen ist. Aber die Jungen arbeiten fleißig daran, besser und kräftiger zu werden. „Wir haben zweimal pro Woche Training, undzwar mit 100 Prozent Beteiligung. Wenn einer fehlt, ist er krank“, sagt der Coach.

Den Kickern war der Dreifach-Stress am Pfingstwochenende egal. Sie genossen die WM-Athmosphäre auf Platz 1, gefühlt in Rio de Janeiro. „Wir sind die Gastgeber“, stellt Lasse mit einem Augenzwinkern fest. In der Vorrunde gab es eine Niederlage gegen Mexiko, das war der Nachwuchs des TSV Fissau, und zwei Siege. Mit einem 2:0 gegen Chile (TSV Neustadt) zogen die Brasilianer ins Viertelfinale ein. „Costa Rica wird echt schwer“, ahnte Frederik. Tatsächlich war Costa Rica das klar überlegene Team, doch die Abwehr und der reaktionsschnelle Torwart Gueric brachten ein 0:0 über die reguläre Spielzeit. Das folgende Entscheidungsschießen verloren die Brasilianer denkbar knapp. Sie wurden in der Endabrechnung Sechste, Costa Rica beendete das Turnier als Mini-Weltmeister 2014. Nach dem K.o. flossen ein paar Tränen der Enttäuschung, doch nach einer kurzen Aufmunterung fanden die Mini-Kicker ihre gute Laune wieder.

Den deutschen Fußballern trauen die jungen Ostholsteiner bei der Weltmeisterschaft der Erwachsenen einiges zu, auf jeden Fall den Sieg in ihrem Auftaktspiel am 16. Juni gegen Portugal. „Die Deutschen gewinnen ihr Auftaktspiel, denn bei Portugal fällt in dem Spiel bestimmt noch Cristiano Ronaldo aus“, weiß Constantin.

Während für die Großen in diesen Wochen die astronomischen Siegprämien ausgehandelt werden, wurden die kleinen Kicker mit den Trikots ihrer Ländermannschaft belohnt, die sie behalten dürfen. Bei Weltmeister Costa Rica (TSV Russee) feierten am Abend auch die erwachsenen Fans. Ihnen hatte der Trainer für den Titelgewinn eine Runde Caipirinha versprochen – typisch brasilianisch eben.

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