Brandschutz kostet Millionen

Einen regen Austausch pflegten Gesundheitsminister Heiner Garg und Chefarzt Klaus Stecker (re.) bei ihrem Rundgang, auf dem sie von Verwaltungsleiterin Bianca Neysters (li.) und Pflegedienstleiterin Frauke Steffens begleitet wurden.
Einen regen Austausch pflegten Gesundheitsminister Heiner Garg und Chefarzt Klaus Stecker (re.) bei ihrem Rundgang, auf dem sie von Verwaltungsleiterin Bianca Neysters (li.) und Pflegedienstleiterin Frauke Steffens begleitet wurden.

Gesundheitsminister Heiner Garg stattete der August-Bier-Klinik einen Besuch ab. Die Einrichtung hofft auf Fördermittel aus Kiel

shz.de von
09. August 2018, 14:17 Uhr

Der Gesundheitsminister hatte sich viel Zeit genommen. Nachdem ihn Chefarzt Dr. Klaus Stecker durch die Malenter August-Bier-Klinik geführt hatte, sprach Heiner Garg dem Personal großes Lob aus. „Was die Mitarbeiter für die Patienten tun, ist schon beeindruckend zu sehen“, erklärte der FDP-Politiker, der die direkt an der Diekseepromenade gelegene Klinik für Neurologie und Rehabilitation gestern auf seiner Sommertour besuchte.

Es schadet sicher nicht, wenn Garg einen guten Eindruck mitgenommen hat. Denn die Einrichtung mit 210 Mitarbeitern und 88 Betten setzt große Hoffnungen auf Kiel. Erst vor gut einem Monat hat Verwaltungsleiterin Bianca Neysters einen Förderantrag ans Gesundheitsministerium geschickt: Es geht um 4,2 Millionen Euro, für die Klinik die größte Investition seit Jahrzehnten.

Allein drei Millionen Euro sind für den Brandschutz vorgesehen, weitere 1,2 Millionen Euro für Umbauten. Die Verwaltung, die deutlich mehr Platz benötige, solle ins Erdgeschoss ziehen, die frei werdenden Räume seien für diagnostische Zwecke vorgesehen, erläuterte Bianca Neysters.

Erst 2013 hatte die Klinik einen Erweiterungsbau in Betrieb genommen. „Die drei Millionen Euro haben wir komplett aus Eigenmitteln finanziert“, warb Chefarzt Stecker für die nun erhoffte Finanzspritze. Das sei möglich gewesen, weil die Klinik einer Stiftung – mit Beteiligung des Landes – gehöre und Gewinne nicht ausschütte, sondern reinvestiere.

Der nun erforderliche Brandschutz resultiert laut Stecker aus einer Modernisierung vor gut zehn Jahren. Damals waren für rund 1,5 Millionen Euro Einbettzimmer mit Nasszellen gebaut, ein Bewegungsbad und Konferenzräume geschaffen worden. „Durch den Umbau ist damals der Bestandsschutz weggefallen“, berichtete Stecker dem Minister. Die Folge: Es habe ein Brandschutzkonzept erstellt werden müssen, das nun umzusetzen sei.

Garg wies zwar darauf hin, dass Mittel aus dem Krankenhausfinanzierungsgesetz ausschließlich für Investitionen, nicht jedoch für Sanierungen vorgesehen seien. Die Klinikleitung gab sich aber dennoch optimistisch, Fördermittel zu erhalten. Denn die damalige Baumaßnahme, aus der die jetzt erforderlichen Investitionen folgten, sei ebenfalls gefördert worden. „Wir sind da sehr zuversichtlich“, sagte Bianca Neysters mit Blick auf Signale aus dem Ministerium.

Die Gesprächspartner vertieften darüber hinaus einige allgemeine Themen des Gesundheitswesens, besonders den Fachkräftemangel. Hier versuche die August-Bier-Klinik auch durch familienfreundliche Arbeitszeiten zu punkten, erläuterte Pflegedienstleiterin Frauke Steffens, die wie ihre Stellvertreterin Anja Sellin, Oberarzt Dr. Tilo Sauer und der stellvertretenden Verwaltungsleiterin Susanne Brühl an dem Rundgang teilgenommen hatte. „Wir haben 70 verschiedene Dienstzeiten für 80 Pflegekräfte“, berichtete Frauke Steffens.

Heiner Gargs Wertschätzung für die August-Bier-Klinik zeigt sich darin, dass er dem Haus bereits den zweiten Besuch in diesem Jahr abstattete. Er verriet auch, dass er bei seinem ersten Besuch umgehend reagiert habe, als Stecker ihn auf eine Benachteiligung Schleswig-Holsteins bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte hingewiesen habe. Ärzte wanderten in andere Bundesländer ab, weil dort ihre Anerkennung schneller gehe. „Noch im Auto“, so Garg, habe er das Gespräch zum Anlass genommen, hier für eine Korrektur zu sorgen.

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